SAP: Vertrag für Vorstandschef Klein bis 2030 verlängert
Düsseldorf. SAP bindet Vorstandschef Christian Klein, 45, langfristig an sich: Der Softwarehersteller hat den aktuellen Vertrag des Betriebswirts auf fünf Jahre verlängert. Die bis 2028 geplante Amtszeit soll damit bis April 2030 laufen. Das teilte der Softwarehersteller am Montag mit.
Klein und sein Führungsteam „spielen eine entscheidende Rolle beim anhaltenden Erfolg“ des Softwareherstellers, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Pekka Ala-Pietilä, 68. Es sei ihnen gelungen, SAP als einen führenden Anbieter „im Bereich Unternehmenssoftware zu positionieren“.
Zudem erhält Finanzvorstand Dominik Asam, 56, ein Jahr vor Ablauf seiner Bestelldauer einen neuen Vertrag. Allerdings verlängert er nicht wie üblich um drei, sondern lediglich um zwei Jahre bis 2028. Nach Konzernangaben geschieht dies auf Wunsch des Managers.
Damit sorgt SAP in einer Zeit für Kontinuität im Vorstand, in der im Aufsichtsrat ein Umbruch ansteht. Der aktuelle Vorsitzende Ala-Pietilä, seit 2024 im Amt, versteht sich als Übergangskandidat und scheidet 2027 aus. Dann soll der frühere Telekom-Chef und aktuelle Airbus-Chefaufseher René Obermann übernehmen. Mit der Besetzung der CEO-Position wird er sich frühestens 2029 beschäftigen müssen, sofern alles nach Plan läuft.
Der Aufsichtsrat stärkt zudem Kleins Position weiter – derzeit gilt der Manager als alternativlos. Im vergangenen Jahr hatte das Gremium ihn bereits vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden befördert und ihm formal eine herausgehobene Rolle verliehen: In Pattsituationen gibt seine Stimme den Ausschlag.
Seit einem Umbau der Führung im Januar berichten außerdem mehrere Topmanager im erweiterten Vorstand an ihn. Das gilt etwa für Technologiechef Philipp Herzig, der für Künstliche Intelligenz verantwortlich ist, sowie die beiden Vertriebsleiter Jan Gilg und Emmanuel Raptopoulos.
Vom Praktikanten zum Vorstandschef
Christian Klein kommt aus der Metropolregion Rhein-Neckar nahe dem Firmensitz Walldorf und hat praktisch seine gesamte Karriere bei SAP verbracht. Als Schülerpraktikant schleppte er dort Monitore, 1999 heuerte er im Rahmen eines dualen Studiums fest an.
Danach arbeitete er in verschiedenen Positionen, unter anderen als Finanzchef der Tochterfirma Success Factors und als Chief Controlling Officer, bevor er 2019 als Chief Operating Officer Vorstandsmitglied wurde.
In dieser Rolle kümmerte sich Klein zunächst um die Optimierung interner Prozesse, beispielsweise die Integration der Produkte in Portfolios – nach den vielen Zukäufen in den Jahren zuvor war SAP weit vom eigenen Anspruch entfernt, ein einheitliches Programmpaket anzubieten.
Nach dem Rücktritt von Bill McDermott als Vorstandssprecher im Herbst 2019 rückte Klein gemeinsam mit Jennifer Morgan als Co-Chef an die Spitze von SAP. Bereits im Frühjahr 2020, während der Coronakrise, ging dieses Modell jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung in die Brüche. Seither leitet der Manager den Konzern allein.
Klein stellt bei SAP seitdem die Cloud in den Mittelpunkt. Mit Erfolg: Nach Ankündigung einer neuen strategischen Ausrichtung stürzte der Aktienkurs zwar zunächst ab, stieg aber später auf mehrere neue Rekordstände. Seit der Manager allein im Amt ist, ist die Bewertung um knapp 150 Prozent gestiegen.