Digitale Praxis: Wie Start-ups den Markt für Arztpraxen verändern
München. Seit einigen Jahren ist in Deutschland ein Trend zu beobachten: Immer weniger Ärztinnen und Ärzte wollen eine eigene Arztpraxis führen. Sie arbeiten lieber als Angestellte in einer Praxis, oder sie suchen sich andere flexiblere Arbeitsmöglichkeiten. Start-ups sehen hier wachsende Marktchancen.
Ihre Geschäftsmodelle setzen auf Digitalisierung. Sie vermieten Räume und übernehmen die Bürokratie des Praxisalltags. „Digitale Infrastruktur“ nennen sie ihre jeweilige Software.
Eterno Health bietet Cloud-Software
Start-ups wie Eterno Health aus Berlin richten sich laut eigener Aussage an Ärztinnen und Ärzte aus allen Fachbereichen außer Radiologie und Zahnmedizin. Maximilian Waldmann und Frederic Haitz haben das Gesundheits-Start-up 2021 gegründet.
Sie entwickelten zuerst eine Cloud-Lösung für bereits existierende Praxen. Diese können ihre Daten in der Eterno-Cloud speichern. Der zweite Teil des Geschäftsmodells beinhaltet die Arbeit in einer Eterno-Praxis. Dort können sich zum Beispiel selbstständige Ärzte oder Psychotherapeutinnen in Räume einbuchen und Behandlungen anbieten.
Der Schwerpunkt des Geschäfts von Eterno Health ist allerdings die Cloud-Software. „Die macht 75 Prozent unseres Geschäfts aus“, sagt Waldmann. Derzeit hat Eterno an Standorten in Frankfurt, Hamburg und Berlin eigene Praxen eröffnet; weitere Städte sollen folgen.