Geld: So wappnen Sie sich gegen steigende Gerichts- und Anwaltskosten
Frankfurt. Ab dem 1. Juni 2025 steigen die Kosten für Rechtsanwälte, Gerichte und Gutachten. Der Teil der Gebühren, der sich am Streitwert orientiert, steigt um sechs Prozent, die Festgebühren für Sachverständige und Dolmetscher verteuern sich um neun Prozent.
„Allein für die Rechtsschutzversicherer rechnen wir durch das neue Gesetz mit Mehrkosten von rund 250 Millionen Euro im Jahr“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.
Bei einem Streitwert von 10.000 Euro liegt das Gesamtkostenrisiko durch alle Instanzen nun bei knapp 17.700 Euro. Bis zum endgültigen Urteil oder Vergleichsabschluss müssen diese Kosten vom Kläger vorfinanziert werden, erst wenn er gewinnt, springt die Beklagtenseite ein.
Die seit Jahren steigenden Rechtskosten schrecken immer mehr Menschen ab. Eine Studie des Bundesministeriums der Justiz zur „Erforschung der Ursachen des Rückgangs der Eingangszahlen bei den Zivilgerichten“ aus dem Jahr 2023 zeigt, dass fast 60 Prozent der Mandanten aus Kostengründen von einer Klage absehen.
Versicherung deckt teure Streitfälle meist nicht ab
Rund zwei Drittel der deutschen Haushalte haben heute eine Rechtsschutzversicherung, doch selbst dann ist nicht garantiert, dass diese den Fall auch übernimmt. „Rechtsschutzversicherer schließen in ihren Bedingungen alle Verfahren aus, die kostenintensiv und mit hohen Risiken verbunden sind“, sagt Timo Gansel, Rechtsanwalt und Chef der Verbraucherrechtskanzlei Gansel Rechtsanwälte, und verweist dabei unter anderem auf Streitigkeiten im Erbfall oder beim Neubau.