Mathias Miedreich: Das plant der neue Chef des Antriebsgeschäfts bei ZF
Zweibrücken. Mathias Miedreich hat Anfang des Jahres den wohl heikelsten Job beim hochverschuldeten Automobilzulieferer ZF übernommen. Der 50-jährige Betriebswirt soll die Konzernsparte Elektrifizierte Antriebe sanieren und einen Partner dafür finden. ZF ist in Deutschland hinter Bosch die Nummer zwei in der Branche.
Zur Antriebssparte zählt auch die Getriebefertigung und damit das traditionelle Herzstück der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF). Miedreichs Bereich erwirtschaftet mit 32.000 Beschäftigten einen Umsatz von zehn Milliarden Euro – das entspricht einem Viertel des Konzernumsatzes und knapp einem Fünftel der Belegschaft.
Von seinem Vorgänger hat Miedreich milliardenschwere Aufträge geerbt, die zu nicht kostendeckenden Preisen hereingeholt wurden. Diese hausgemachten Probleme verschärfen die ohnehin bestehenden Schwierigkeiten, die ZF mit allen großen Autozulieferern teilt.
Sie haben Milliardenbeträge in die Elektromobilität investiert, aber die Nachfrage vor allem in Europa hat sich nicht annähernd so entwickelt wie branchenweit geplant. Das Geld ist knapp, besonders bei ZF mit über zehn Milliarden Euro Schulden bei 40 Milliarden Euro Umsatz – und einer Eigenkapitalquote unter 20 Prozent.