Demonstrationen: Serbischer Präsident kündigt nach Demonstration weitere Festnahmen an
Belgrad. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat die Festnahme weiterer Teilnehmer an den Protesten gegen seine Regierung angekündigt. Die Organisatoren der Studentenproteste vom Samstag in der Hauptstadt Belgrad hätten zu Gewalt und Angriffen auf die Polizei aufgerufen und müssten strafrechtlich verfolgt werden, sagte Vucic am Sonntag. Er sprach von „Terroristen und denen, die versucht haben, den Staat zu stürzen“. Namentlich nannte er den Dekan der Universität Belgrad, Vladan Djokic.
Auf der Demonstration hatten Zehntausende die Regierung als unrechtmäßig bezeichnet und Neuwahlen gefordert. Nach dem Ende des offiziellen Teils der Kundgebung kam es zu Zusammenstößen mit der Bereitschaftspolizei. Die Polizei setzte Pfefferspray, Schlagstöcke und Schutzschilde ein, während die Demonstranten Steine, Flaschen und andere Gegenstände auf die Ordnungshüter warfen. Es gab Dutzende Festnahmen. Die Demonstranten, zu denen auch Djokic gehörte, machten die Regierung für jegliche Gewalt verantwortlich.
Nach Polizeiangaben wurden 48 Beamte verletzt, während 22 Demonstranten ärztliche Hilfe suchten. Innenminister Ivica Dacic sagte, 77 Menschen seien festgenommen worden, 38 blieben in Gewahrsam. Die meisten von ihnen müssten sich vor Gericht verantworten.
„Sie wollten bewusst ein Blutvergießen herbeiführen“, sagte Vucic. „Die Zeit der Rechenschaft wird kommen.“ Die Identifizierung aller Beteiligten laufe bereits.
Die Proteste gegen Vucics populistische Regierung laufen bereits, seit im November vergangenen Jahres in Novi Sad ein Bahnhofsvordach einstürzte und 16 Menschen erschlug. Viele Menschen in Serbien halten Korruption bei Staatsaufträgen für einen Grund. Außerdem werfen sie Vucic vor, zunehmend autoritär zu regieren und demokratische Freiheiten zu beschneiden, während er gleichzeitig Korruption und organisiertes Verbrechen gedeihen lasse.