Dariadaria: Warum diese grüne Unternehmerin lernen musste, Kompromisse zu machen
München. Hier eine unvollständige Liste der Themen, über die sich mit der Unternehmerin, Influencerin und Aktivistin Madeleine Daria Alizadeh sprechen ließe: faire Pullover, die Lage im Iran, die Möglichkeit einer Frau, auch ohne eigene Kinder glücklich zu werden, das übergriffige Verhalten von Protein-Influencern, Fast Fashion, Kinderfotos auf Instagram, Nachtzugfahrten, die Algorithmen von Meta, die Tatsache, dass es einen englischsprachigen, aber keinen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag mehr zu ihr gibt, das Privatflieger-Aufkommen zu Jeff Bezos’ Hochzeit, die Freuden des Trash-TV.
Wer nur zwei Stunden mit der 35-jährigen Wienerin in einem Münchener Café hat, muss sich schon genau überlegen, worüber er mit der Frau sprechen möchte, die auf Instagram als „Dariadaria“ mehr als 350.000 Follower hat. Doch das meiste lässt sich zusammenbinden unter der großen Frage: Wie korrekt im Sinne von planeten- und mitmenschenfreundlich kann der Einzelne leben, wie sehr sich für Gerechtigkeit einsetzen, ohne selbst die Freude am Leben zu verlieren?
Alizadeh hat mal sehr, sehr, sehr korrekt gelebt. „Ich hab’s wirklich auf die Spitze getrieben“, sagt sie. Heute lebt sie für die meisten vermutlich immer noch zu korrekt, für andere aber nicht korrekt genug. Beide Seiten kritisieren sie regelmäßig. Welchen Kompromiss also hat sie gefunden als Aktivistin und Influencerin einerseits und als Gründerin eines eigenen Modelabels andererseits?