Psychologie: Warum wir unbedingt dazugehören wollen
Frankfurt. Ob im Fußballstadion, im Kollegenkreis oder in den Social Media – der Mensch möchte dazugehören, sozial akzeptiert und anerkannt werden. Überall, wo Menschen sind, vernetzen sie sich, werden Teil von etwas Größerem, bilden Gruppen und grenzen sich von anderen ab. Wer ausgeschlossen wird, leidet. Oft stärker, als er selbst versteht.
Dahinter steckt das urmenschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Ein grundlegendes, evolutionär verankertes Bedürfnis, das für Menschen so elementar ist wie Hunger oder Durst. Zumindest, wenn es nach dem Sozialpsychologen Roy Baumeister geht.
Der Sohn eines Deutschen und einer US-Amerikanerin gilt als einer der international bekanntesten und meistzitierten Psychologen. Seit Jahrzehnten erforscht Baumeister das menschliche Verbundenheitsstreben.
Herr Baumeister, ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit ist das Thema Zugehörigkeit, Ihr bekanntestes Paper trägt den Titel „The Need to Belong“. Wieso lässt Sie dieses Thema nicht los?
Viele Psychologen fokussieren sich auf das Individuum, auf individuelles Denken und Erleben – und soziale Aspekte als Folge dessen. Mich interessierten zwischenmenschliche Prozesse schon immer mehr. Mit meinem Kollegen Mark Leary wollte ich systematisch eruieren, wie stark der menschliche Wunsch nach Zugehörigkeit wirklich ist. Das Ergebnis überraschte uns.
Inwiefern?