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HVB-Chefin Marion Höllinger, Unicredit-CEO Andrea Orcel: 20 Jahre Höhen und Tiefen. Foto: Imago, Bloomberg, Hypovereinsbank [M]

UnicreditDroht der Commerzbank das gleiche Schicksal wie der HVB?

Stellenabbau, Gewinnsprung, hitzige Gefechte: 2005 schluckte Unicredit die Hypo-Vereinsbank. Ex-Manager und Bankeninsider blicken zurück – und ziehen Lehren für die Commerzbank.Andreas Kröner 23.07.2025 - 15:24 Uhr Artikel anhören

München, Frankfurt, Berlin. Die Stimmung ist ausgelassen, als Alessandro Profumo und Dieter Rampl am 13. Juni 2005 in München vor die Presse treten. Gleich zweimal umarmen sich die Chefs der Mailänder Unicredit und der Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) im Blitzlichtgewitter. Dann legt der groß gewachsene und braun gebrannte Profumo seine Hand väterlich auf die Schulter seines bayerischen Kollegen.

Die Pressekonferenz findet in einem monumentalen Neobarockbau in der Münchener Innenstadt statt. Es ist ein passender Ort, um einen Deal von historischer Tragweite zu verkünden: Unicredit übernimmt die traditionsreiche HVB, Italien kauft Deutschland.

Alessandro Profumo (l.) und Dieter Rampl: Väterliche Umarmung. Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Nach der Pressekonferenz spricht Profumo am HVB-Hauptsitz vor Tausenden Beschäftigten frei über seine Vision einer europäischen Bank – und hinterlässt dabei einen bleibenden Eindruck. „Diesen Tag vergesse ich nie“, sagt jemand, der dabei war. „Das war ganz großes Kino.“

Lange anhalten wird die Euphorie über die italienisch-bayerische Bankenhochzeit allerdings nicht. Schon bald kommt es zu Streitigkeiten zwischen Mailand und München. Zudem baut die HVB über die Jahre mehr als die Hälfte ihrer Arbeitsplätze ab. Banker, Politiker und Gewerkschafter streiten deshalb bis heute, ob die Übernahme nun eine Erfolgsgeschichte ist – oder ein großer Reinfall.

Die damals zweitgrößte deutsche Bank sei zu einer Vertriebseinheit von Unicredit verkommen und nur noch Befehlsempfänger aus Mailand, sagen Kritiker. Die HVB sei dank Unicredit zur profitabelsten und am besten kapitalisierten Universalbank in der Bundesrepublik geworden und damit ein Vorbild für andere deutsche Institute, entgegnen Befürworter des Deals.

Welche Seite hat recht? Das Handelsblatt hat in den vergangenen Monaten mit mehr als zwei Dutzend früheren und aktuellen Führungskräften, Aufsichtsräten, Mitarbeitern und Arbeitnehmervertretern von Unicredit und HVB gesprochen. Außerdem mit Bankenaufsehern, die beide Institute begleitet haben. Wie fällt ihr Fazit aus? Und was lässt sich aus der Historie für die seit Monaten schwelende Übernahme der Commerzbank lernen, ausgerechnet durch ebenjene Unicredit?

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