Ranking: Das sind die besten Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen
Köln. Für viele Arbeitnehmer ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schlicht zu teuer. Sie gilt als „Königsklasse“ beim Schutz vor dem Verlust der Arbeitskraft. Doch nicht jeder kann oder will sich die hohen Beiträge leisten.
Hinzu kommt: Die Gesundheitsprüfung ist für manche ein Hindernis. In solchen Fällen können eine Erwerbsunfähigkeits- oder eine Grundfähigkeitsversicherung eine Option sein.
Das Analysehaus Franke und Bornberg hat beide Versicherungsarten verglichen – auf Basis eines Musterfalls: Eine 30-jährige angestellte Person möchte eine Police mit einer monatlichen Rente von 1500 Euro abschließen. Auch hier zahlen Menschen in körperlich belastenden Berufen meist höhere Beiträge.
Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn der Versicherte nicht mehr in der Lage ist, irgendeine Tätigkeit mindestens drei Stunden täglich auszuüben – unabhängig vom erlernten Beruf. Die Prämien sind oft deutlich günstiger, die Gesundheitsprüfung weniger streng als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Nachteil: Die Hürden für eine Leistung sind höher – es muss jede Tätigkeit unmöglich sein, nicht nur der eigene Job.
Berufsunfähigkeit: Wenn Arbeiten nicht mehr möglich ist
Der Markt für Erwerbsunfähigkeitsversicherungen ist kleiner als der für BU-Policen. „Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist und bleibt eine wichtige Alternative zum Königsweg Berufsunfähigkeitsversicherung“, sagt Rüdiger Feilen, Teamleiter Biometrie-Produkte bei der Zurich Gruppe Deutschland. Die Zurich-Police „SEU“ erhielt im Test die Note „sehr gut“; im Musterfall beträgt die monatliche Nettoprämie 43,93 Euro.
Ebenfalls „sehr gut“ schnitt der Tarif „PremiumEU“ der Continentale Lebensversicherung ab. „Zu hohe Prämien oder Vorerkrankungen können Gründe sein, warum eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoller ist als eine BU“, sagt Thomas Pollmer, Leiter Produktmanagement bei der Continentale. Eine schlechte Lösung sei es, nur eine sehr niedrige BU-Rente zu vereinbaren oder ganz auf Schutz zu verzichten.
Grundfähigkeitsversicherung: Wenn Sehen oder Gehen nicht mehr möglich ist
Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn körperliche oder geistige Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen oder Sprechen verloren gehen. Sie ist meist günstiger als eine BU und teils auch für Menschen mit Vorerkrankungen erhältlich. Allerdings leistet sie nicht, wenn zwar Berufsunfähigkeit vorliegt, aber keine der versicherten Fähigkeiten verloren geht. Psychische Erkrankungen sind oft nur eingeschränkt oder gar nicht mitversichert.
„Diese Absicherung ist besonders für Kunden interessant, die unabhängig vom Beruf gegen den Verlust bestimmter Fähigkeiten geschützt sein möchten“, sagt Roman Goedeke vom Produktmanagement der Baloise Versicherung. Ihr Tarif „GrundfähigkeitsVersicherung Silber“ erhielt die Note „sehr gut“.
Auch die „KörperSchutzPolice“ der Allianz Lebensversicherung bekam die Bestnote. „Die Grundfähigkeitsversicherung bietet gerade Menschen in körperlich fordernden Berufen finanziellen Rückhalt, wenn der Körper nicht mehr mitspielt“, sagt Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte bei der Allianz. Geeignet ist sie insbesondere für Berufe, die stark von körperlichen Fähigkeiten abhängen, sowie für Personen mit hohem Unfall- oder Verschleißrisiko. Für Interessenten, die zumindest eine Basisabsicherung suchen, kann sie eine Alternative sein, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist.