Mutares: Bafin prüft Bilanz 2023 auf Fehler – Aktie bricht ein
Frankfurt. Die Finanzaufsicht Bafin prüft Hinweise auf Fehler im Jahresabschluss des Münchner Finanzinvestors Mutares aus dem Jahr 2023. Es lägen „konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass die Mutares SE & Co. KGaA gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat“, hieß es in einer Mitteilung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vom Freitag. Daher habe sie eine Prüfung eingeleitet.
Die Nachricht schockierte am Freitag Anleger von Mutares: Die im SDax notierte Aktie fiel zu Handelsbeginn um mehr als 22 Prozent. Allerdings erholten sich die Aktien im Handelsverlauf und reduzierten ihr Minus bis zum Abend auf etwa 4,5 Prozent. Mutares hatte betont, die Prüfung betreffe keine Finanzkennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung, auf den Bilanzgewinn für 2023 habe sie keine Auswirkungen.
Mutares ist auf die Übernahme und Sanierung angeschlagener Unternehmen spezialisiert. Die Bafin hatte nach dem Skandal um die Pleite von Wirecard die Aufgaben der „Bilanzpolizei“ in Deutschland übernommen. Bei der Bafin-Prüfung geht es im Wesentlichen um zwei Punkte.
Zum einen geht es um die Frage, ob der Finanzinvestor „Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen“ anders hätte bilanzieren müssen. Unter solche Forderungen fallen etwa Kredite an Tochtergesellschaften oder Unternehmen, in die der Finanzinvestor investiert hat, oder Ansprüche auf Zins- oder Gewinnausschüttungen. Mutares versorgt die Firmen, an denen sie beteiligt ist, auch mit Krediten.