Argentinien: US-Finanzminister Bessent kündigt Hilfe für Milei an
Düsseldorf. US-Finanzminister Scott Bessent will Argentinien dabei helfen, die Turbulenzen am Devisenmarkt in den Griff zu bekommen. Bessent teilte am Montag mit, dass „alle Optionen“ für eine baldige Stabilisierung auf dem Tisch seien.
Zu den Möglichkeiten gehören laut dem US-Finanzminister etwa direkte Devisenkäufe oder Käufe von in Dollar ausgegebenen argentinischen Staatsanleihen durch einen US-Fonds. „Argentinien ist ein systemisch wichtiger Verbündeter für die USA in Lateinamerika und das US-Finanzministerium ist bereit, im Rahmen seines Mandats alles Notwendige zu tun, um Argentinien zu unterstützen“, schreibt Bessent auf der Plattform X.
Der argentinische Peso steht vor den Parlamentswahlen im Oktober stark unter Druck und mit ihm auch der Präsident des Landes, Javier Milei. Der radikal-libertäre Staatschef wird sich laut Bessent am Dienstag mit ihm sowie US-Präsident Donald Trump in New York treffen.
An den Kapitalmärkten, wo sich zuletzt eher Misstrauen gegenüber der argentinischen Regierung breitgemacht hat, sorgten Bessents Aussagen für Erleichterung. Die Kurse der in Dollar ausgegebenen Staatsanleihen Argentiniens sind deutlich angestiegen.
Erst vergangene Woche musste die argentinische Zentralbank den größten Eingriff in den Devisenhandel seit mehr als sechs Jahren vornehmen. An nur einem einzigen Tag verkaufte die Notenbank 678 Millionen US-Dollar, um den Peso zu stützen.
Der Großhandelskurs des Pesos nach den Maßnahmen der Zentralbank lag bei 1475 Pesos pro Dollar und lag damit nahe der Obergrenze der Bandbreite. Auf dem informellen Markt fiel die argentinische Währung jedoch auf ein Allzeittief von 1520 Pesos pro Dollar und verlor damit innerhalb einer Woche mehr als sechs Prozent an Wert.
Investoren verlieren zunehmend das Vertrauen, dass Milei seinen Reformkurs fortsetzen kann. Denn bislang verfügt der Präsident weder über eine Mehrheit in der Abgeordnetenkammer noch über eine im Senat des südamerikanischen Landes. Nun wählt Argentinien im Oktober, um einen Teil beider Kammern neu zu besetzen.
Doch Mileis politische Basis droht zu schwinden. Wahlen in der Provinz Buenos Aires hat seine Partei zuletzt verloren. Ein Korruptionsskandal, in den seine Schwester verwickelt ist, belastet sein Ansehen. Seine Beschimpfungen politisch Andersdenkender erschweren die Suche nach Verbündeten. Außer eines nachlassenden Preisdrucks haben die meisten Argentinier zudem noch immer wenig von seiner Politik und verlieren allmählich das Vertrauen in die Regierung.