Gastkommentar: 20 Jahre HVB und Unicredit – Lehren für die Commerzbank-Zukunft
Als vor zwanzig Jahren Vertreter der Hypovereinsbank (HVB) und der Unicredit vor die Presse traten, um die Übernahme der deutschen durch die italienische Großbank bekannt zu geben, war die Skepsis groß – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Es gab Befürchtungen, das bayerische Geldhaus würde seine Identität verlieren. In der Presse war von einem Niedergang und sogar der Kapitulation vor ausländischer Kontrolle die Rede.
Eine Art Wirtschaftsnationalismus breitete sich aus: Schwache Banken in Deutschland wurden zu Fusionen ermutigt, um damit ausländische Interessenten fernzuhalten. In Wahrheit hatte die Vereinbarung seinerzeit eine ganze Reihe von Hürden überwunden, um überhaupt bis zu diesem Punkt zu gelangen.
Grenzüberschreitende Fusionen innerhalb Europas galten grundsätzlich als schwierig, da der behördliche Genehmigungsprozess in der Regel mühsam und langwierig war. Experten warnten davor, dass die fusionierte Bank unter unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen operieren müsste, bei gleichzeitigem Mangel an einem zentralisierten Zahlungsmechanismus. Die wenigen bereits existenten Beispiele für wirklich grenzüberschreitende Banken waren zudem nicht allzu erfolgreich.