Start-up Diamontech: Berliner Start-up lässt Zuckermoleküle im Blut tanzen
Berlin. In Deutschland leben etwa elf Millionen Menschen mit Diabetes, mindestens 9,1 Millionen davon mit Typ 2. Viele müssen regelmäßig Insulin spritzen und ihren Blutzucker engmaschig kontrollieren: vor und nach dem Essen, beim Sport, vor der Nachtruhe. Bis zu acht Messungen täglich sind keine Seltenheit.
Dafür ist klassischerweise ein Tropfen Blut nötig, gewonnen durch einen Stich in die Fingerbeere. „Das ist aufwendig, tut weh und ist für viele Patientinnen und Patienten eine Belastung“, sagt Diabetologin Julia Szendrödi vom Universitätsklinikum Heidelberg. „Viele messen deshalb nicht so oft, wie sie sollten.“ Die Folge: eine lückenhafte Datenlage – und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen.
Hier setzt das Berliner Start-up Diamontech an. Es hat eine Methode entwickelt, die ohne Blut auskommt: Ein Laser regt Glukosemoleküle in der Haut zum Schwingen an, die dabei entstehende Wärme erlaubt Rückschlüsse auf die Zuckerkonzentration. Gerade hat das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über zwölf Millionen Euro abgeschlossen.
Gründer und CEO Thorsten Lubinski vergleicht die Technologie mit einer Disko-Szene: „Wenn der DJ Rockmusik auflegt, stürmen Rock-Liebhaber auf die Tanzfläche und tanzen. Techno-Fans hingegen bleiben stehen und rühren sich nicht.“