Manchester: Tote bei Angriff vor Synagoge – Polizei spricht von Terror
Berlin, München. Bei einem Angriff auf eine Synagoge in der nordenglischen Stadt Manchester sind am Donnerstag nach Polizeiangaben drei Menschen getötet worden. Unter den Toten sei auch der mutmaßliche Täter, ein 35-jähriger britischer Staatsbürger syrischer Abstammung, teilte die Greater Manchester Police am Abend mit. Er sei von Beamten erschossen worden. Zudem gebe es drei Schwerverletzte. Es bestehe keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit.
Ein Augenzeuge habe berichtet, ein Auto sei bei Manchester am jüdischen Feiertag Jom Kippur auf Passanten zugefahren und ein Wachmann sei mit einer Stichwaffe verletzt worden, teilte die Polizei am Donnerstag im Kurznachrichtendienst X mit. Die Behörden stuften die Tat als „Terror-Akt“ ein.
Den Angaben zufolge trug er offenbar eine Weste mit Sprengstoff. Einer Augenzeugin zufolge traf am Tatort ein Bombenentschärfungskommando ein und es waren drei kleinere Explosionen zu hören.
Drei weitere Personen seien wegen des Verdachts der Begehung, Vorbereitung und Anstiftung zu Terroranschlägen festgenommen worden. Bei ihnen handele es sich um zwei Männer in den Dreißigern und eine Frau zwischen 60 und 70 Jahren.
Der Vorfall ereignete sich den Polizeiangaben zufolge an der Heaton Park Hebrew Congregation Synagogue im Stadtteil Crumpsall im Norden von Manchester.
Starmer sagt zusätzlichen Polizeischutz für Synagogen zu
Der britische Premierminister Keir Starmer sagte zusätzlichen Polizeischutz für Synagogen im ganzen Land zu. „Wir werden alles tun, um unsere jüdische Gemeinschaft zu schützen“, sagte Starmer am Flughafen in Kopenhagen.
Der Labour-Politiker brach seine Teilnahme am Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPC) in der dänischen Hauptstadt vorzeitig ab, um eine Sitzung des nationalen Krisenstabs in London zu leiten. Der Angriff ereignete sich am Jom Kippur, dem höchsten Feiertag im jüdischen Kalender.
Nach dem Angriff zeigte sich der britische König Charles III. entsetzt. Er und Königin Camilla seien „zutiefst schockiert und betrübt von der Nachricht über den furchtbaren Angriff in Manchester, vor allem an so einem bedeutenden Tag für die jüdische Gemeinschaft“, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA eine Mitteilung des Palasts. Ihre Gedanken und Gebete seien bei all denen, die von dem entsetzlichen Vorfall betroffen seien.
Jom Kippur gilt als wichtigster Feiertag im Judentum. An dem Tag fasten und beten viele Gläubige. In Großbritannien ist die Zahl antisemitischer Vorfälle zuletzt stark gestiegen. Eine jüdische Organisation zählte für 2024 mehr als 3500 solcher Taten. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg haben Angriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen weltweit zugenommen, auch in Deutschland und Frankreich.