Messe Expo Real: Verteidigung – Immobilienbranche wappnet sich für Aufträge
München. Die Sicherheitslage in der Welt hat sich verändert und Deutschland rüstet auf. Dafür werden nicht nur Personal und Rüstungsgüter benötigt, sondern auch zusätzliche Immobilien. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte Anfang der Woche an, dass ab 2027 auf bestehenden Liegenschaften der Bundeswehr 270 Kompaniegebäude in Modulbauweise entstehen sollen.
Deutschland benötigt jedoch nicht nur zusätzliche Kasernen, sondern auch Logistikflächen, Versorgungseinrichtungen, Verwaltungsgebäude, Cyberabwehrzentren und Schutzräume. Wenig verwunderlich, dass die Experten auf der diesjährigen Immobilienmesse Expo Real in München darüber diskutierten, ob und wie diese Flächen von der Immobilienwirtschaft kommen können.
Doch der Bau und die Bereitstellung solcher Liegenschaften sind nicht so einfach. „Es handelt sich um eine komplexe Infrastruktur“, betonte etwa Eva-Kristin Seeber, Senior Team Leader Portfolio Services beim Immobiliendienstleister JLL. Bei Bau und Bewirtschaftung müssten strenge Kriterien für die Geheimhaltung eingehalten werden.
Das gelte auch bei Mietvertragsabschlüssen. Es müsse über die gesamte Prozesskette Sicherheitsüberprüfungen geben, sagte Peter Walsh, der beim Industriekonzern Diehl für Immobilien zuständig ist. Im Teilkonzern Diehl Defence sind die Aktivitäten Verteidigung und Sicherheit gebündelt.