Deutschland: Warum der Vater des Internets dieses Start-up unterstützt
Heidelberg. Vinton Cerf ist ein Mann für die transformativen Technologien. Anfang der 1970er-Jahre veröffentlichte der US-Informatiker die erste Version des Internetprotokolls. Die Vision, Maschinen in Los Angeles mit Maschinen in Boston interagieren zu lassen, nennt er rückblickend „verführerisch“. Heute denkt er längst in viel größeren Dimensionen: Eine „interplanetare Erweiterung“ soll Internetverbindungen im Weltraum ermöglichen.
Unterdessen unterstützt der 82-Jährige ein junges Unternehmen, das einer ebenso disruptiven Technologie wie seiner Erfindung zu neuen Durchbrüchen verhelfen soll: Das Start-up ExpectedIT arbeitet an einer Server-Architektur, die die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz schneller und günstiger macht.
Was Vinton Cerf mit den Gründern noch verbindet, ist der Sitz des 2021 gegründeten Unternehmens: Esslingen am Neckar. Nur 15 Kilometer entfernt hat Vinton Cerf Anfang der 60er-Jahre studiert: In der Ortschaft Beutelsbach hatte die Universität Stanford damals eine Außenstelle. Das Handelsblatt hat den Internetpionier und ExpectedIT-CEO Burkhard Steinmacher-Burow zum Doppel-Interview in Heidelberg getroffen. Dabei sagte Cerf: „Ich habe das Gefühl, dass wir heute die Science-Fiction aufbauen, die ich vor 50 Jahren verschlungen habe.“