Konjunktur: Weltwährungsfonds empfiehlt Deutschland ganz andere Rentenreform
Berlin. Der Internationale Währungsfonds (IWF) drängt die Bundesregierung zu höheren Vermögensteuern. Mögliche Optionen zur Konsolidierung des Bundeshaushalts wären „die Schließung von Schlupflöchern bei der Erbschaftsteuer“ sowie „eine Erhöhung der Grundsteuer und der Alkoholsteuer, die beide in Deutschland relativ niedrig sind“, schreibt der IWF in seiner neuen Analyse zur deutschen Wirtschaft.
Auch eine andere Forderung dürfte im politischen Berlin für Aufsehen sorgen. So schlägt der IWF eine Rentenreform vor, die in eine völlig andere Richtung geht als die der Bundesregierung: Rentenzahlungen sollten künftig an die Inflation anstatt an das Lohnwachstum gekoppelt werden. Das würde den Anstieg der Renten dämmen. Außerdem fordert der IWF die Abzüge bei Frühverrentungen zu erhöhen, „um Einsparungen zu generieren und gleichzeitig das Wachstum durch verbesserte Anreize für ein längeres Erwerbsleben anzukurbeln“.
Der Weltwährungsfonds erstellt jährlich eine Analyse zur Lage der deutschen Wirtschaft. In diesem Jahr dürfte der Bericht hierzulande aber mit besonders großer Aufmerksamkeit gelesen werden. Deutschland steht vor so großen wirtschaftlichen Herausforderungen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die deutsche Wirtschaft droht in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge zu stagnieren. Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik bislang nicht gegeben.