Vonovia-Aufsichtsrat: Warum Clara Streit ihr eigener Kodex in die Quere kommt
Frankfurt, Düsseldorf. Clara Streit weiß genau, den Ton zu setzen. Selbst als Vertreter des Hedgefonds Elliott auf der Vonovia-Hauptversammlung im Mai gleich mehrere Fragen zum Deutsche-Wohnen-Deal stellten, blieb die Aufsichtsratschefin ruhig und verbindlich.
Souverän und vergleichsweise lautlos führt die frühere McKinsey-Beraterin seit mehreren Jahren das Kontrollgremium von Deutschlands größtem Immobilienkonzern. Unbemerkt organisierte sie den Führungswechsel vom langjährigen Vorstandschef Rolf Buch zum Nachfolger Luka Mucic, der viele Jahre das Finanzressort bei SAP leitete. Nichts drang vorab an die Öffentlichkeit, selbst für einige Insider kam der Schritt unerwartet.
Anteilseigner und Experten hinterfragen jedoch zunehmend kritisch Streits Verbleib im Gremium bis zum Ende der regulären Amtszeit 2027. Sie fürchten um die Unabhängigkeit der früheren McKinsey-Managerin.