Parteitag: Die Grünen vollziehen einen rabiaten Neuanfang beim Klimaschutz
Hannover. Dass die Grünen aus dem tieflinken Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nicht für den Realpolitiker Cem Özdemir aufstehen würden, war abzusehen. Doch der Rest stand, als der Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März 2026 in Baden-Württemberg am Sonntag seine Rede beendet hatte.
Die gut 800 Delegierten beim Bundesparteitag der Grünen in Hannover applaudierten dem Schwaben ausgiebig, nur vereinzelte Personen verweigerten sich. Die Grünen haben sich orientiert, das wurde beim Parteitag deutlich. Aber die Frage, ob die neuen Ideen der Parteispitze durchdringen werden, ist offener denn je – allen voran beim Kernthema Klimaschutz.
Özdemir kann das Symbol des Rückhalts gut gebrauchen: Er soll das einzige Ministerpräsidentenamt der Grünen verteidigen. Der Weg ist weit, in den Umfragen liegt Özdemirs Partei deutlich hinter der CDU. Und dass seine Partei hinter ihm steht, kann er außerhalb von Hannover selten genug behaupten.
Die Abgrenzung von den Bundesgrünen ist seine Strategie. Wie Noch-Regierungschef Winfried Kretschmann will er mit einem ökokonservativen Kurs in Baden-Württemberg überzeugen. Sein Auftritt beim Parteitag, bei dem die Delegierten des linken Flügels der Grünen traditionell in der Überzahl sind, wurde mit entsprechend großer Spannung erwartet.