Mercedes: Autobauer ändert Strategie beim autonomen Fahren
San Francisco, Las Vegas, Düsseldorf. Mercedes-Benz passt seine strategischen Prioritäten beim autonomen Fahren an. Der Autobauer stellt seine zunächst mit Hochdruck verfolgten Pläne für autonome Assistenzsysteme, die das freihändige Fahren ermöglichen, offenbar vorerst zurück.
So soll in der überarbeiteten Oberklassenlimousine S-Klasse, die Mercedes Ende Januar vorstellen wird, das Fahren auf dem sogenannten Level 3, bei dem der Mensch am Steuer sogar Filme schauen kann, nicht mehr verfügbar sein, heißt es aus Konzernkreisen.
Dabei war genau diese Technik der Stolz der Entwickler: Mercedes bekam 2021 als erster Hersteller eine Sonderzulassung für Level-3-Fahrten auf deutschen Autobahnen. Offenbar stehen Produktionskosten und Nachfrage aber nicht im richtigen Verhältnis. In der bisherigen S-Klasse können Kunden unter bestimmten Bedingungen auf der Autobahn bis zu 95 Kilometer pro Stunde autonom fahren.
Stattdessen will sich der Dax-Konzern zunächst verstärkt auf automatisierte Fahrassistenten konzentrieren, bei denen der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben muss. Die Schwaben haben auf der Technikmesse CES in Las Vegas für den US-Markt ein System vorgestellt, das innerhalb der Stadt allein anfahren und bremsen, abbiegen, Kreuzungen überqueren und Ampeln beachten kann.