Reichtum: Wir übersehen, wie Milliardäre gerade die Politik ersetzen
Einfluss und Zahl der Milliardäre waren noch nie so groß wie heute. Sie haben riesige ökonomische Macht und können mit Investitionsentscheidungen ganze Volkswirtschaften unter Druck setzen. Sie haben strukturelle Macht als Träger von Infrastrukturen. Und sie haben technologische Macht, weil sie vor allem im Bereich der Nutzung von Künstlicher Intelligenz weit entrückt sind und Entscheidungen treffen, die bisher souveränen Staaten vorbehalten waren.
In dieser Manifestation gab es das noch nie. Aber sie ersetzen Politik nicht durch Machtübernahme, sondern durch Wirksamkeit. Sie regieren nicht, sie gestalten umfassend. Und oft schneller, entschlossener und nachhaltiger als staatliche Institutionen, die im Modus permanenter Selbstabstimmung gefangen sind.
Was hier geschieht, ist kein Komplott, sondern eine strukturelle Verschiebung, die vor allem westliche Gesellschaften nicht wahrhaben wollen. Staaten verlieren nicht primär an Autorität, sondern an Handlungsfähigkeit.
Komplexe Genehmigungsverfahren, föderale Blockaden, kurzfristige Legislaturzyklen und überforderte Verwaltungen führen dazu, dass zentrale Zukunftsfragen liegen bleiben: KI-Logistik, Wohnraum, Energieinfrastruktur, digitale Netze, Bildung, Gesundheit. In genau diese Lücken stoßen Milliardäre vor, weil sie die Logik der Lösung nutzen. Wer unbegrenztes Kapital besitzt, kann handeln, ohne Mehrheiten zu organisieren.