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Renault Scénic aus zweiter HandFür Pannenhelfer ein guter Bekannter

Der Renault Scénic ist ein Kompaktvan mit vielen Vorzügen: Viel Platz auf geringer Grundfläche und oft genug auch viel Variabilität im Innenraum. Ältere Exemplare haben allerdings einige typische technische Schwächen. 25.03.2015 - 13:16 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Viel Platz, viel Licht: Der Renault Scénic glänzte schon in der zweiten Generation mit praktischen Qualitäten.

Foto: dpa

Berlin. Die bis 2009 gebaute zweite Generation kann laut dem «TÜV Report 2015» bei der Hauptuntersuchung (HU) nicht so recht überzeugen. Fahrwerksteile, Federn, Dämpfer und die Lenkung weisen relativ häufig Mängel auf. Bei den Bremsen sieht es wesentlich besser aus. Die Wirkung von Fuß- und Feststellbremse ist meist in Ordnung, die Leitungen sind rostfrei, die Schläuche ohne Lecks. Lediglich die Bremsscheiben verschleißen bei der zweiten Scénic-Generation schnell.

Der ADAC beurteilt den Kompaktvan ganz ähnlich wie der «TÜV Report». Die zweite Generation hat oft Probleme mit diversen Bauteilen der Zündanlage, vor allem bis zum Baujahr 2006. Bis zum Baujahr 2009 verstopft bei den Dieseln der Partikelfilter recht oft, zwischen 2007 und 2009 gab es Ärger mit der Feststellbremse, die sich nicht lösen wollte. Noch in jüngeren Baujahren rufen Batterien, die allzu früh schlapp machen, die Pannenhelfer auf den Plan.

Immer überzeugen kann der Scénic mit seinem variablen Innenraum. Schon die zweite Generation verfügt über drei Einzelsitze im Fond, die verschiebbar und komplett ausbaubar sind. Ab 2004 gab es auch eine siebensitzige Version namens Grand Scénic. Die bietet in der dritten Generation bei komplett ausgebauter Bestuhlung mehr als 2000 Liter Kofferraumvolumen.

Das Motorenangebot der zweiten Generation mit dem Kürzel JM reicht vom Diesel mit 60 kW/82 PS bis zum 2,0-Liter-Benziner mit 120 kW/163 PS. Der Einstiegs-Benziner kommt auf 72 kW/98 PS. Beim noch aktuellen Scénic, der intern JZ genannt wird, ist beim 2,0-Liter-Diesel mit 118 kW/160 PS Schluss. Der stärkste Benziner entwickelt ab dem Baujahr 2009 nur noch 103 kW/140 PS, der schwächste dafür 81 kW/110 PS.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt
Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.
Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.
Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.
Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.
Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.
Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.
Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.
Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.
Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.
Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Ein Renault Scénic 1.4 16V Expression von 2003 sollte für etwa 2.100 Euro zu bekommen sein, solch ein Fahrzeug hat laut dem Branchendienst Schwacke etwa 149 200 Kilometer hinter sich. Ein größerer und stärkerer Grand Scénic 1.6 16V Avantage des Baujahres 2008 ist für etwa 5.300 Euro erhältlich (89.200 Kilometer).

Wer mit einem Diesel liebäugelt, dürfte für 6.350 Euro einen Scénic 1.5 dCi Avantage von 2008 finden (122.200 Kilometer). Den Grand Scénic 2.0 dCi XXL Exception von 2009 listet Schwacke mit 8.250 Euro (106. 600 Kilometer).

Den Nachfolger gibt es als Scénic 1.6 16V 110 Expression für rund 7.700 Euro, wenn er 2009 gebaut wurde und etwa 77.200 Kilometer auf dem Zähler hat. Für den stärksten Benziner 2.0 16V 140 CVT Luxe als Grand Scénic von 2011 gibt Schwacke 12.600 Euro an (53.200 Kilometer).

Mit 12.550 Euro fast genauso teuer ist der gut ausgestattete Grand Scénic dCi 110 EDC Bose Edition des selben Baujahrs (75.400 Kilometer). Für einen jungen Scénic dCi 150 Automatik Bose Edition von 2013 sollte man laut Schwacke noch 16.950 Euro einplanen (41.550 Kilometer).

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