Mittelständler Peter Theiss: Der Kräuterhexer
Einzelkämpfer aus dem Saarland.
Foto: Oliver Rüther für HandelsblattHomburg. Es war kurz nach dem Mauerfall im Jahr 1989, als ein Fiat mit polnischem Kennzeichen vor Peter Theiss’ Firma im saarländischen Homburg vorfuhr. „Schwedenbitter“ wollte der Fahrer kaufen, ein Hausmittel, das bei Verdauungsproblemen helfen soll. 2000 Mark in bar hatte er damals dabei, für das Geld wollte er so viele Flaschen mitnehmen, wie es nur irgend möglich war. Ein paar Wochen später reiste der Mann erneut an, mit 5000 Mark im Portemonnaie – und einem Anhänger am Auto.
Heute, gut 25 Jahre später, erinnert sich Familienunternehmer Peter Theiss gerne an die Geschichte zurück. „Ich wollte 1989 direkt rein in die neuen Märkte, habe meine Chance gesehen. Ich bin sehr viel gereist. Durch Ungarn, die Slowakei, Tschechien“, erinnert sich der 70-Jährige. Der Geschäftsmann, der ihn damals zu Hause in Homburg besuchte, ist bis heute sein Partner in Polen. Rund 50 Millionen Euro Umsatz macht das Unternehmen „Dr. Theiss Naturwaren“ mittlerweile allein dort. Der Mauerfall, er war sein Glücksfall.