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Live-Youtube für GamerEin Herz für Zocker

Google gegen Amazon: Beide Internetgiganten wollen das Herz der Gamer für sich gewinnen. Mit Live-Übertragungen von Spielen anderen Gamer wollen sie Profite der boomenden Branche abschöpfen.Jennifer Garic 06.09.2015 - 14:16 Uhr Artikel anhören

Viele Profispieler, wie hier auf der Gamescom in Köln, haben eine große Fangemeinde.

Foto: dpa

Düsseldorf. Klicken statt Kicken lautet das Lebensmotto vieler Jugendlicher heute. Die Gamer werden immer professioneller. Computerspiele sind längst zum festen Wirtschaftszweig im Internet geworden. Die Suchmaschinenkonzern Google forciert nun seine Aktivitäten in diesem Bereich. Mit der neuen Internetseite und der Smartphone-App „Youtube Gaming“ greift die Google-Tochter Youtube direkt Twitch an. Die Amazon-Tochter ist für ihre Livestreams bekannt und hat bisher in Deutschland das Monopol darauf gehalten. Das soll sich ändern.

Ziel der Google-Initiative ist es, Computerspieler – auch Gamer genannt - vom Konkurrenten Twitch auf die Video-Plattform Youtube zurückzuholen. Fast die Hälfte aller Deutschen spielt am Computer oder am Smartphone. Das bestätigt eine repräsentative Umfrage des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) aus dem vergangenen Jahr. Doch nicht alle spielen selber, einige schauen anderen dabei nur zu – auf Youtube oder Twitch.

Auf Twitch können Spieler sich selbst und ihr Spiel filmen und live ins Netz übertragen. Andere können ihnen dann dabei zuschauen, per Chat Kommentare abgeben und untereinander darüber diskutieren. Auch große E-Sport-Turniere, bei denen professionelle Computerspieler gegeneinander in großen Arenen antreten, werden live gezeigt. Die zwischendurch eingeblendete Werbung während der Live-Sendungen finanziert die Internetseite.

Twitch, die erfolgreichste weltweite Live-Streaming-Plattform für Gamer, wurde 2014 für fast eine Milliarde Dollar von Amazon übernommen. Medienberichten zufolge soll auch Google um Twitch mitgeboten haben. Als Amazon den Deal mit Twitch besiegelte, war klar, wieviel Internetplattformen an den Zockern verdienen können und wieviel Potenzial in Live-Übertragungen von E-Sport-Events liegt. „Broadcasting und Spiele Anschauen sind ein globales Phänomen, und Twitch hat eine Plattform entwickelt, die Millionen von Menschen zusammenbringt, die Milliarden Minuten pro Monat Spiele angucken.“, begründete Amazon-Chef Jeff Bezos den Kauf.

2014 waren pro Monat fast 60 Millionen Nutzer auf Twitch. Über die Hälfte dieser schaut nach Unternehmensangaben pro Woche über 20 Stunden anderen beim Spielen zu. Dementsprechend sehen sie auch die Werbung – ein lukratives Geschäft. Wie lukrativ es wirklich ist, verraten Unternehmen wie Twitch und Youtube aber nicht.
Klar ist aber, dass auch die Spieler selbst Geld mitverdienen. Der Youtube-Star mit den meisten Abonnenten ist zum Beispiel der Schwede Felix Kjellberg, bekannt als Pewdiepie. Er spielt Computerspiele, filmt sich dabei und stellt die Videos zum Abruf ins Netz. Beinahe jedes seiner Videos wurde mehr als eine Millionen Mal angeklickt.

Allein 2014 soll er rund 7,5 Millionen Dollar durch die Werbeanzeigen vor und während seiner Videos verdient haben. Kjellberg darf das nach den Statuten von Youtube nicht bestätigen, wie auch sonst kein Youtuber. In Deutschland ist der Gamer Erike Range unter seinem Pseudonym Gronkh der meistabonnierte „Youtuber“.

Doch es gibt noch ein Problem in Deutschland. Bisher kann auf der deutschen Youtube-Seite nur aufgezeichnetes Material gezeigt werden. Viele deutsche Gamer, die eigentlich einen Youtube-Kanal unterhalten, sind daher auf Twitch ausgewichen. Auch dort bekommen die Gamer Geld; über ihre Livestreams binden sie die Zuschauer zudem ganz direkt in das Spielgeschehen ein. Ein Faktor, der zum Erfolg von Twitch beiträgt.

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Erst vor kurzem erreichte Twitch einen neuen Zuschauerrekord während eines E-Sport-Turniers in Köln. Mehr als 1,3 Millionen Menschen schauten gleichzeitig dem Livestream direkt aus der Lanxess-Arena zu. Insgesamt waren es mehr als 27 Millionen Zuschauer. Solche Zahlen kennt man sonst von großen Sportübertragungen im Fernsehen wie etwa EM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft.

Die Google-Tochter Youtube will nun ebenfalls ein Stück von dem Erfolg. Dazu sollen ihr die neue App und die neue Internetseite verhelfen, die zunächst noch in diesem Sommer in den USA und Großbritannien starten. Nutzer von Youtube-Gaming können im Gegensatz zur regulären Internetseite dann nicht nur Kanäle abonnieren, sondern auch Spiele und werden benachrichtigt, wenn dazu ein Livestream startet.
Einen Termin für einen möglichen Start in Deutschland wollte Youtube auf Anfrage des Handelsblatts nicht nennen. Jedoch können Interessierte auf der Internetseite von Youtube-Gaming ihre E-Mail-Adresse hinterlassen und werden benachrichtigt, wenn die Seite im jeweiligen Land online geht.

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