„The Big Short“: Kleines Kino über die Finanzkrise
In „The Big Short“ fährt eine Gruppe von Wertpapierhändlern während der Finanzkrise satte Gewinne ein. Zu den Hauptdarstellern zählen unter anderem Ryan Gosling, Jeffry Griffin und Steve Carrell (v. r.).
Foto: apNew York. Brad Pitt als graue Eminenz im Hintergrund mit etwas zu langen Haaren: Das ist mal was anderes. So taucht er in „The Big Short“ auf, der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Michael Lewis, der beschreibt, wie eine kleine Gruppe von Außenseitern in der Finanzkrise gegen den breiten Markt wettet und damit reich wird.
Pitt hat diesen Film, der gerade in ausgewählten Kinos in den USA anläuft, mitproduziert. Die moralische Botschaft, die er einmal etwas oberlehrerhaft auch persönlich auf der Leinwand verkündet, ist ebenso klar wie eingängig: Die Wall Street ist böse, die Bosse sahnen ab, die kleinen Leute zahlen die Zeche, und daran hat sich seit der Krise nichts geändert.
Der Film hat ein paar gelungene Szenen, etwa wenn ein Trader der Deutschen Bank den wackeligen Aufbau von Hypothekenverbriefungen mit einem Turm aus Jenga-Holzklötzchen erklärt. Aber verglichen mit dem legendären Streifen „Wall Street“ mit dem genial-zynischen Michael Douglas aus dem Jahr 1987 bietet „The Big Short“ doch eher kleines Kino. Und selbst hinter dem Film „The Wolf of Wall Street“ aus dem Jahr 2013, den vor allem der begnadete Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio vor dem Mittelmaß rettet, bleibt die Produktion von Brad Pitt deutlich zurück.