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Handelsblatt testetWo das Depot besonders günstig ist

Bei Geldhäusern zahlen Anleger mitunter mehrere hundert Euro im Jahr für ihr Depot. Online-Broker sind deutlich günstiger. Ein Vergleich von FMH zeigt, welcher Broker der richtige für welchen Investorentyp ist.Julia Groth 31.10.2016 - 10:04 Uhr Artikel anhören

Bei Online-Brokern gibt es Depots für wenig Geld.

Foto: Imago

Köln. Es ist mittlerweile fünf Jahre her, dass die Leitzinsen in der Eurozone höher lagen als ein Prozent. Seit einiger Zeit liegen sie sogar bei null. Sparbücher und Girokonten, ohnehin nie eine sonderlich renditeträchtige Anlageform, sind durch die Niedrigzinsen zu Geldvernichtern geworden. Immer mehr Anleger fassen sich deshalb ein Herz und greifen zu Aktien.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland um 560.000, berichtet das Deutsche Aktien-Institut (DAI). Das entspricht einem Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Offensichtlich wird Anlegern zunehmend bewusst, dass Aktieninvestments zwar kurzfristig mit merklichen Kursausschlägen verbunden sein können, diese Schwankungen aber langfristig zugunsten einer attraktiven Rendite in den Hintergrund treten“, heißt es vom DAI.

Wie häufig reden Sie mit einem Bankberater?
In einer von „Yougov“ durchgeführten Umfrage gaben nur drei Prozent an, dass sie mindestens einmal im Monat den Gang zum Bankberater unternehmen.
Für zwölf Prozent gehört das Gespräch mit dem Bankberater zum halbjährlichen Ritual.
Zumindest ein Mal pro Jahr lassen sich exakt ein Viertel der Befragten in der Bank ihres Vertrauens blicken.
Rund 13 Prozent gaben an, dass sie sich einmal alle zwei bis drei Jahre beim Bankberater blicken lassen.
Für vier Prozent findet das Gespräch alle vier bis fünf Jahre statt.
Für fast ein Viertel der Befragten – 24 Prozent – findet die Besprechung mit dem Bankberater noch seltener statt.
Eine Beratung über die eigenen Finanzen nehmen rund ein Fünftel nicht in Anspruch. 19 Prozent der Befragten haben noch nie mit einem Bankberater gesprochen.

Im laufenden Jahr könnte die Zahl der Aktienbesitzer weiter steigen. Denn während die Leitzinsen im Jahresverlauf erneut gesunken sind und Sparer nichts zu lachen haben, sind die Kurse vieler Aktien gestiegen.

Wer Wertpapiere kaufen will, braucht ein Depot. Das ist bei einem Online-Broker in der Regel deutlich günstiger als bei einer Filialbank oder Sparkasse. Anbieter im Internet verlangen üblicherweise keine Depotgebühren.

Mit wem reden Sie über Ihr Geld?
Offen über die eigene finanzielle Situation zu reden, gilt für viele Deutsche als verpönt. Die Höhe des Gehalts geht niemanden etwas an – bis auf den eigenen Partner. Rund 59 Prozent geben in einer Umfrage von „Yougov“ an, dass sie mit ihrer besseren Hälfte über das eigene Geld reden.
Doch schon bei Mama und Papa hört es für die meisten auf. 29 Prozent sagen, dass die eigenen Eltern über die finanzielle Situation Bescheid wissen dürfen.
Ähnlich verhält es sich bei den engeren Vertrauten. 28 Prozent der Befragten tauschen sich mit ihren Freunden über Gehälter aus.
Der größere Familienkreis darf nur für weniger als ein Viertel der Befragten über das eigene Geld Bescheid wissen – 23 Prozent.
Brisant wird es bei den eigenen Arbeitskollegen. Gehälter vergleichen nur rund sieben Prozent der Befragten.
Ebenfalls sieben Prozent befinden, dass man die eigene finanzielle Situation auch mit flüchtig Bekannten teilen kann.
Jeder Siebte hat laut der Befragung niemanden, dem man sich in der Frage des Geldes anvertrauen kann. 14 Prozent behalten ihr Gehalt für sich.

Bei Banken und Sparkassen können diese pro Jahr bis zu mehrere hundert Euro betragen, je nach Größe des Vermögens – ohne dass die Institute mehr leisten würden als Online-Broker. „Anleger bekommen von der Bank einmal jährlich einen Depotauszug. Das war’s“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auch die Ordergebühren fallen bei Online-Brokern meist deutlich geringer aus als bei herkömmlichen Banken und Sparkassen. „Für Anleger, die viel handeln, sind niedrige Ordergebühren besonders wichtig“, sagt Nauhauser.

Anleger sollten die Kostenfrage nicht vernachlässigen, mahnen Verbraucherschützer. Denn je mehr Geld man an die Depotbank zahlt, desto weniger fließt in die Geldanlage und desto niedriger fällt am Ende deren Wertzuwachs aus. Hohe Ordergebühren knabbern ebenfalls an der Rendite.

Wofür sparen Sie?
Dass die Deutschen ein Sparer-Volk sind, ist unumstritten. Doch wofür genau wird eigentlich gespart? Rund sechs Prozent gaben in einer „Yougov“-Umfrage an, dass sie für ein neues Handy sparen.
PlayStation 4 oder Xbox One? Acht Prozent der Befragten legen ihre Geld für eine neue Konsole zurück.
Zehn Prozent sparen auf einen neuen Computer.
Für das heimelige Gefühl bedarf es einer entsprechenden Wohnungseinrichtung. Ein Fünftel legen dafür ihr Geld zurück.
An den eigenen Grundbesitz denken 25 Prozent. Sie legen ihr Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung auf die hohe Kante.
Auch für die fahrbaren Untersatz will gesorgt sein. 27 Prozent sparen auf ein neues Auto.
Für über die Hälfte der Befragten steht die eigene Zukunft an erster Stelle. 55 Prozent gaben an, dass sie für die Alterssicherung Geld zurückhalten.

Auch bei Online-Brokern sollten Investoren deshalb darauf achten, einen günstigen Anbieter zu wählen. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn die Kosten für Wertpapierorders hängen von mehreren Faktoren ab: von der Zahl der Orders, ihrem Volumen und der Höhe des Vermögens. Einige Online-Broker bieten mittlerweile Flatrates an. Kunden zahlen dann einen fixen Betrag pro Monat oder pro Jahr. Auch hier sollten Investoren durchrechnen, ob sich die Angebote für sie lohnen.

Die FMH Finanzberatung hat für das Handelsblatt die Konditionen von 17 Online-Brokern verglichen. Das Ergebnis: Es gibt nicht den besten Broker für alle. Je nachdem, wie viel Geld Kunden im Depot haben und wie aktiv sie handeln, liegen unterschiedliche Anbieter vorn.

Eines haben sie allerdings gemeinsam: Im Vergleich zu Filialbanken und Sparkassen schneiden sie gut ab. Um das zu illustrieren, gibt FMH zusätzlich die Konditionen in der Filiale der Frankfurter Sparkasse an. Vermögende Kunden, die wenig handeln, zahlen dort pro Jahr 800 Euro für Depotführung und Orders. Beim günstigsten Online-Broker zahlen sie dagegen nur 35,40 Euro. Selbst der teuerste Broker ist mit Gesamtkosten von 150 Euro pro Jahr immer noch weit günstiger.

Der erste Vergleich von FMH bezieht sich auf einen konservativen, vermögenden Kunden (sechs Orders pro Jahr, durchschnittliches Volumen: jeweils 10.000 Euro; durchschnittlicher Depotwert: 120.000 Euro; Kosten jeweils pro Jahr).

Ein durchschnittlicher Kunde (acht Orders pro Jahr, durchschnittliches Volumen: jeweils 5500 Euro; Depotwert: 65.000 Euro; Kosten jeweils pro Jahr) zahlt ähnlich viel wie der vermögende Kunde im ersten Vergleich.

Beim aktiven Kleinanleger (16 Orders pro Jahr, durchschnittliches Volumen: jeweils 2500 Euro; Depotwert: 35.000 Euro; Kosten jeweils pro Jahr) lassen die vielen Käufe und Verkäufe die Kosten in die Höhe schnellen.

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Für Börsenspekulanten wird es besonders teuer. Online-Broker berechnen ihnen für 250 Orders von im Schnitt 2000 Euro eine Gebühr im vierstelligen Bereich. Das Depotvolumen liegt im FMH-Beispiel in diesem Fall bei durchschnittlich 300.000 Euro.

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