Testphase startet am 1. Februar: Flixbus führt kostenpflichtige Sitzplatzreservierungen ein
Eine Reservierung der Plätze hinter dem Panoramafenster soll für Strecken unter 500 Kilometern vier Euro kosten.
Foto: ReutersBeim Fernbusanbieter Flixbus können ab dem 1. Februar Sitzplätze reserviert werden. „Mit der neuen Sitzplatz-Reservierung reagieren wir auf die große Nachfrage unter den Flixbus-Nutzern“, sagte André Schwämmlein dem Handelsblatt. Der Flixbus-Co-Geschäftsführer und Mitgründer des Start-ups erklärte, dass diese Serviceleistung ab Donnerstag auf ausgewählten Strecken getestet würde.
Die Plätze hinter dem Panoramafenster in Doppeldeckerbussen kosten demnach vier Euro für Strecken unter 500 Kilometern. Gebucht werden können laut Flixbus auch die Plätze an Tischen für zwei Euro und einfache Sitze für 1,50 Euro. Über 500 Kilometer Strecke hinaus wird es teurer. Zum Vergleich: Eine Reservierung im IC oder ICE der Deutschen Bahn kostet pauschal 4,50 Euro in der zweiten Klasse. In der ersten Klasse sind Reservierungen im Fahrpreis enthalten.
Buchbar sind die Flixbus-Sitze im Onlineshop des Unternehmens ab Donnerstag, erste Reservierungen sind ab dem 5. Februar beispielsweise auf der Strecke Frankfurt – Hamburg oder München – Düsseldorf möglich. Das Pilotprojekt soll laut Schwämmlein im Frühling abgeschlossen sein. Danach soll das Konzept auf das gesamte Europa-Netz des Fernbusbetreibers angewendet werden.
Vor fünf Jahren startete das Unternehmen mit damals noch blauen Bussen. Zuvor war das Fernbusgesetz liberalisiert worden. Ab einem Weg von 50 Kilometer Luftlinie waren diese in Deutschland zum Schutz der Eisenbahn weitgehend verboten.
Mehrere Start-ups nutzten die Freigabe des Marktes, aber auch Deutsche Bahn und Deutsche Post bauten eine Fernbusflotte auf. Nach zwei Jahren übernahm Flixbus aus München den zweiten großen Anbieter Meinfernbus aus Berlin, kaufte danach Postlinien und auch das Europanetz des britischen Megabus auf und stieg damit zum Marktführer auf.
Mit mehr als 90 Prozent Marktanteil hat Flixbus inzwischen ein Quasimonopol in Deutschland. Befürchtungen, das Unternehmen werde die Marktstellung für massive Preiserhöhungen nutzen, bewahrheiteten sich bislang nicht. Nach Angaben des Marktforschungsinstitutes Iges stagniert der Preis pro gefahrenen Kilometer bei rund zehn Cent.