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Sharing EconomyDie Revolution von Airbnb, Uber und Lyft wird reguliert

Firmen wie Airbnb, Uber und Lyft ändern menschliche Gewohnheiten. Doch jetzt werden sie von Kommunen und Politikern stärker reguliert als je zuvor.Britta Weddeling 13.12.2018 - 04:12 Uhr Artikel anhören

Die Zeiten unregulierten Wachstums sind vorbei.

Foto: dpa

San Francisco. Mit Airbnb wandelt sich eine ganze Generation von Milliarden-Start-ups unter dem Druck neuer Auflagen. Jahrelang wuchs der vor einem Jahrzehnt gegründete Vermittler für private Unterkünfte weitgehend unter dem Radar der Behörden.

Ungestört legte die Plattform die Grundlage für eine neue Branche, indem sie menschliche Gewohnheiten änderte. Heute ist es völlig normal, bei Fremden zu übernachten, zu Fremden ins Auto zu steigen oder Elektroroller vom Straßenrand wegzubuchen.

„Lieber später um Vergebung bitten als vorher um Erlaubnis“ – mit der von Leuten wie Milliardär und Airbnb-Investor Peter Thiel geprägten These schufen Start-ups in Silicon Valley gigantisches Wachstum und innovative Geschäftsmodelle, die das Leben der Menschen radikal vereinfachten. Wie Airbnb boten auch Uber oder Lyft ihre Services zunächst an, ohne eine Genehmigung zu erbitten.

Doch die Zeiten unregulierten Wachstums sind vorbei. Skandale wie bei Facebook, das seine Dauerkrise einfach nicht in den Griff bekommt, rütteln am Vertrauen in die Branche und beschleunigen staatliche Eingriffe.

Die Technologiebranche steht vor einem Umbruch, urteilt Dan’l Lewin, Direktor des legendären Computer History Museums in Mountain View, ehemaliger Microsoft-Manager und langjähriger Vertrauter von Apple-Gründer Steve Jobs. „Die neue Herausforderung für Silicon Valley ist, die sozialen und politischen Probleme zu verstehen, die seine Geschäftsmodelle verursachen.“ Es müsse darum gehen, „den technischen mit dem sozialen Fortschritt zu verschmelzen“.

Zumal die Newcomer von einst längst zu wirtschaftlichen Schwergewichten herangewachsen sind. Uber kommt auf eine Bewertung von 72 Milliarden Dollar, Lyft immerhin auf 15,1 Milliarden Dollar. Lime und Bird, die nach Recherchen des stets gut informierten Tech-Blogs „The Information“ vor eine Übernahme durch Uber stehen, sind jeweils 1,1 und zwei Milliarden Dollar wert.

Doch immer schneller reagieren Städte, Kommunen und Politiker auf die neue Firmenspezies, gehen verstärkt gegen Airbnb, Uber, Lyft – oder die neuen Scooter-Firmen Lime und Bird vor. Wenige Wochen nachdem die Elektroroller rudelartig über die Straßen von San Francisco oder Santa Monica bei Los Angeles düsten, erließen die Kommunen Vorschriften.

Auch im Fall Airbnb ersinnen die Kommunen Konzepte, um das Wachstum der Plattform einzudämmen. Die Städtevertreter klagen darüber, dass Airbnb zum Mietwucher beiträgt und durch die Umwandlung von Privatwohnungen in Quasihotels Einwohnern Wohnraum entzieht.

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Amsterdams Stadtverwaltung, die eine kurzzeitige Fremdvermietung nur für 60 Tage im Jahr erlaubt, will den Zeitraum ab Januar halbieren. Paris, Airbnbs wichtigster Markt, hat die verfügbaren Tage für vermittelte Wohnungen ab Januar auf 120 Tage pro Jahr gedeckelt.

Die Führungsspitzen von Airbnb, Uber oder Lyft wissen, dass ihre Konzerne nur dann weiterwachsen, wenn sie mit den Behörden kooperieren und ihre guten Absichten unter Beweis stellen. Uber-Chef Dara Khosrowshahi lässt keine Gelegenheit aus, um zu betonen, sein Unternehmen wolle „nach den Regeln spielen“.

Lyfts Strategiechef Raj Kapoor sagte im Interview mit dem Handelsblatt: „Wir wollen eine Marke mit klaren Werten sein.“ Es gehe darum, auch über die „gesellschaftliche Auswirkung“ der eigenen Plattform nachzudenken.

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