Ausblick 2019 – Geldanlage: Der Bitcoin bleibt auch im neuen Jahr im Bärenmarkt gefangen
Das vermeintliche „digitale Gold“ hat deutlich an Glanz verloren.
Foto: ReutersDer Wind hat sich gedreht. Konnten langfristig orientierte Anleger am Kryptomarkt lange nur gewinnen, hat das abgelaufene Jahr tiefe Zweifel geweckt.
Nach dem Höchstkurs bei knapp 20.000 Dollar ging es für die wichtigsten Kryptowährungen 2018 bergab.
Aktuell notiert der Bitcoin laut Analysehaus Coinmarketcap bei unter 4000 Dollar. Der Bärenmarkt wird voraussichtlich auch im neuen Jahr anhalten.
„2019 dürfte es tendenziell zu einer Seitwärtsentwicklung kommen“, glaubt Analyst Timo Emden von Emden Research. Der Bitcoin könne bis auf knapp 10.000 Dollar steigen, aber auch bis auf 1.200 Dollar fallen: „Die Investoren haben sich die Finger verbrannt und keine großen Erwartungen mehr. Eine nachhaltige Trendumkehr sehe ich noch nicht.“
Die Marktkapitalisierung aller rund 2.000 Währungen sank um rund 700 Milliarden auf 130 Milliarden Dollar. „2017 war das Jahr des Hypes. 2018 hätte der Durchbruch für die Kryptowelt kommen sollen. Stattdessen herrscht Saure-Gurken-Zeit“, sagt Volker Brühl von der Frankfurter Goethe-Universität.
Statt mit neuen Praxisanwendungen der Blockchain-Technik zu glänzen, stünde die Branche im Zeichen von Betrugsskandalen und fehlender Regulierung.
Anleger sind skeptisch
Das macht sich besonders bei virtuellen Börsengängen, den sogenannten ICOs, bemerkbar. Start-ups geben hier neue Währungen („Tokens“) heraus, um sich zu finanzieren.
Doch die Anleger sind skeptisch: Wurden laut Branchenseite Coinschedule im ersten Halbjahr 2018 noch rund 17 Milliarden Dollar in ICOs investiert, waren es im zweiten Halbjahr nur noch knapp vier Milliarden Dollar. Angesichts des Scheiterns vieler Projekte dürfte sich der ICO-Markt vorerst nicht erholen. Für Kleinanleger gilt: Finger weg!
Bei den Klassikern der Kryptowelt wie Bitcoin, Ethereum und Co. spekulieren die ersten Anleger bereits auf günstige Kurse zum Wiedereinstieg. Fans verweisen darauf, dass den Münzen schon oft der Untergang vorhergesagt worden ist.
Nutzer, die an die Vision eines „Weltgelds von unten“ glauben, das unabhängig von Banken und Notenbanken ist, werde es immer geben. Tatsächlich zeigt ‧eine Studie der Universität Cambridge, dass sich die Zahl der ‧verifizierten Kryptonutzer zuletzt auf 35 Millionen verdoppelt hat.
Zunehmend beschäftigen sich auch Industrieunternehmen und Banken mit der Blockchain-Technik, auf der die Währungen beruhen. 2019 könnten neue Produkte, etwa im Bereich globaler Warenketten, in der Handelsfinanzierung oder im Kunstmarkt, kommen.
Ob davon aber ausgerechnet Bitcoin und Co. profitieren, ist zu bezweifeln. Möglich ist zwar, dass eine aktivere Aufsicht den Markt in geordnete Bahnen lenkt und die Kurse beflügelt.
Zum „digitalen Gold“, zu dem ihn seine Fans bereits ausgerufen haben, dürfte sich der Bitcoin 2019 jedoch nicht aufschwingen.