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KommentarDer Lufthansa fehlt ein Plan für die Zukunft

Aktuell kann die Lufthansa Erfolge für sich verbuchen. Doch eine Vision für die langfristige Zukunft der Airline ist im Moment noch nicht erkennbar.Jens Koenen 01.12.2019 - 16:35 Uhr

Der Airline fehlt es an einer Vision für die langfristige Zukunft.

Foto: Unsplash

Im Großen und Ganzen läuft es bei Lufthansa nicht schlecht. Nach einer „Gewinnwarnung“ und der Prognosekorrektur sind viele Investoren und Analysten wieder besser gestimmt. Doch auch Lob kann nicht darüber hinwegtäuschen: Lufthansa fehlt es an einer Vision für die langfristige Zukunft.

Lufthansa werde eine Premium-Airline-Gruppe mit deutlich höheren Marktanteilen bleiben, sagt CEO Carsten Spohr. Das klingt erst mal gut. Doch derzeit ist schwer zu erkennen, wie genau das umgesetzt werden soll. Vieles bei der „Hansa“ wirkt eher kurzfristig getrieben.

Da sind die beiden Ableger Austrian und Brussels. Beide sollen im Premium-Markt mitmischen. Doch die Heimatdrehkreuze sind Billigstandorte. Gleichwohl versuchen beide Airlines ihren Premium-Standard mit aller Macht durchzuhalten. Immer neue Kostensparprogramme werden aufgelegt. Dabei stellt sich längst die Frage, ob in Wien oder Brüssel wirklich Platz für Premium in relevanter Größe ist.

Auch bei Eurowings wird gebastelt. Lufthanseaten sprechen bei der Tochter gerne von der Zweitmarke. Doch wofür steht die? Für den Europaverkehr? Die Tochter fliegt Kurz- und Mittelstrecke, aber auch nicht überall. In Frankfurt und München ist weiterhin Lufthansa selbst im Einsatz. Dabei wäre es den meisten Passagieren zumindest auf den kurzen Distanzen wohl egal, ob sie in einem Lufthansa-Flugzeug sitzen oder in einem von Eurowings. Vorausgesetzt, die Qualität und der Service stimmen.

Lufthansa braucht einen neuen großen Wurf. Die britisch-spanische Airline-Holding IAG zieht ihre Strategie der Expansion seit Jahren konsequent durch. Die US-Airline Delta bastelt an der ersten wirklich globalen Fluggesellschaft – mit Beteiligungen auf der ganzen Welt.

Lufthansa muss darauf antworten. Und die Gewerkschaften müssen aufhören, auf vertragliche Zusagen zu pochen, wie viele Flugzeuge bei welchen Marken betrieben werden dürfen. Auch das ist keine Antwort auf die Herausforderungen und führt nicht in die Zukunft.

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