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KommentarMonsanto-Erbe steht Bayer bei Nachhaltigkeitszielen im Weg

Der Chemiekonzern will bis 2030 klimaneutral sein und nachhaltiger werden. Doch das Erbe Monsantos bleibt in der neuen Strategie ein Risiko.Bert Fröndhoff 10.12.2019 - 16:56 Uhr

Die Monsanto-Übernahme könnte für die Nachhaltigkeitsstrategie des Chemiekonzerns zum Problem werden.

Foto: dpa

Gut ein halbes Jahr hat Bayers Cheflobbyist Matthias Berninger an der Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet. Herausgekommen ist ein Werk, in dem sich der Leverkusener Konzern zu seiner Verantwortung für Klima und Gesellschaft bekennt sowie klare Nachhaltigkeitsziele nennt, an denen er sich messen lassen will.

Doch die Umsetzung wird für Bayer schwer – denn gerade bei diesem Thema zeigt sich der Schatten des Monsanto-Kaufs. Die Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers mit seiner schlechten Umweltbilanz hat dazu geführt, dass Bayer erstmals seit 15 Jahren nicht mehr im renommierten Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex auftaucht. Das ist bitter für den Konzern, der zuvor stets für seine Anstrengungen gelobt wurde.

Auch der neu ausgerufene Plan, bis 2030 klimaneutral zu sein, ist ambitioniert, aber er ist machbar. Denn Bayer ist mit dem Fokus auf Medizin und Agrar-Biotech längst kein klassischer Chemiekonzern mehr. Bayers Produkte beruhen anders als etwa die von BASF weitgehend nicht auf Öl und Gas. Entsprechend leichter ist die Umstellung auf eine mehr klimaschonende Wertschöpfung.

Schwieriger ist das Vorhaben, mit den eigenen Produkten zur Verbesserung der Welt beizutragen. Bayer hat das Nachhaltigkeitsversprechen geschickt mit den eigenen Geschäftsinteressen verknüpft. Technologie aus Leverkusen soll Bauern in die Lage versetzen, Pflanzenschutzmittel präziser einzusetzen und so weniger CO2 zu produzieren. Kleinbauern in Entwicklungsländern sollen mit Bayer-Wissen auf die Beine kommen.

Doch gerade in Entwicklungsländern genießt Monsanto einen schlechten Ruf, den Bayer nicht einfach abschütteln kann. Das Geschäftsmodell von Monsanto – und damit Bayer – beruht stark darauf, möglichst viel Saatgut mit möglichst viel dazu passenden Pflanzenschutzmitteln zu verkaufen. Es ist nicht auf Ressourcenschonung ausgerichtet – und das wird Bayer nicht so schnell ändern können.

Mehr: Der Bayer-Chef ruft die Unternehmen auf, sich gegen Klimawandel und Ungleichheit einzusetzen. Lesen Sie hier den vollständigen Gastbeitrag.

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