
+++ Newsblog zur EZB-PK +++: Lagarde: „Die schwache Inflation erfordert weiterhin expansive Geldpolitik“


- Die EZB lässt die Zinsen im Euro-Raum auf Rekordtief.
- Christine Lagarde betont, dass die angekündigte Überprüfung der EZB-Strategie dringend nötig sei, aber kein festgelegtes Ergebnis anpeile.
- Die EZB sei sich der Nebeneffekte der lockeren Geldpolitik sehr wohl bewusst - ändern will Lagarde diese aber vorerst nicht.

Die Pressekonferenz im Anschluss an die erste Ratssitzung der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde ist zu Ende. Ihre Kernbotschaften:
Die Europäische Zentralbank wird auch unter ihrer Leitung noch für längere Zeit an ihrer Tiefzinspolitik festhalten. Die Französin kündigte aber an, ab Januar die geldpolitische Strategie der Notenbank einer Überprüfung zu unterziehen. „Es ist ein bisschen überfällig“, sagte sie in Frankfurt. „Wir werden jeden Stein umdrehen.“
Die EZB werde auch mit Abgeordneten, Wissenschaftlern und Vertretern der Zivilgesellschaft in Kontakt treten. Nach 16 Jahren der gleichen Strategie sei es angemessen, jedes Instrument auf seine Angemessenheit zu überprüfen. Dabei sollten auch Aspekte wie Ungleichheit und die Herausforderungen durch den Klimawandel berücksichtigt werden, sagte Lagarde. Bis Ende 2020 soll die Überprüfung abgeschlossen sein.
Von ihrem Vorgänger Mario Draghi setzte sie sich klar ab. „Ich werde meinen eigenen Stil haben.“ Finanzexperten sollten nicht jedes ihrer Worte überinterpretieren. „Ich bin ich selbst.“ Die Öffentlichkeit solle nicht versuchen, sie mit Draghi zu vergleichen.
Lagarde stellte in Aussicht, die Schlüsselzinsen würden noch so lange auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis sich die Inflationsaussichten wieder klar dem Ziel von knapp zwei Prozent annäherten. Letztmalig hatte die EZB im Jahr 2011 ihre Zinsen angehoben. Der Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Banken liegt mittlerweile seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, der Einlagensatz liegt sogar momentan bei minus 0,5 Prozent.
Die Europäische Zentralbank wird auch unter ihrer Leitung noch für längere Zeit an ihrer Tiefzinspolitik festhalten. Die Französin kündigte aber an, ab Januar die geldpolitische Strategie der Notenbank einer Überprüfung zu unterziehen. „Es ist ein bisschen überfällig“, sagte sie in Frankfurt. „Wir werden jeden Stein umdrehen.“
Die EZB werde auch mit Abgeordneten, Wissenschaftlern und Vertretern der Zivilgesellschaft in Kontakt treten. Nach 16 Jahren der gleichen Strategie sei es angemessen, jedes Instrument auf seine Angemessenheit zu überprüfen. Dabei sollten auch Aspekte wie Ungleichheit und die Herausforderungen durch den Klimawandel berücksichtigt werden, sagte Lagarde. Bis Ende 2020 soll die Überprüfung abgeschlossen sein.
Von ihrem Vorgänger Mario Draghi setzte sie sich klar ab. „Ich werde meinen eigenen Stil haben.“ Finanzexperten sollten nicht jedes ihrer Worte überinterpretieren. „Ich bin ich selbst.“ Die Öffentlichkeit solle nicht versuchen, sie mit Draghi zu vergleichen.
Lagarde stellte in Aussicht, die Schlüsselzinsen würden noch so lange auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis sich die Inflationsaussichten wieder klar dem Ziel von knapp zwei Prozent annäherten. Letztmalig hatte die EZB im Jahr 2011 ihre Zinsen angehoben. Der Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Banken liegt mittlerweile seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent, der Einlagensatz liegt sogar momentan bei minus 0,5 Prozent.

Das Eingangsstatement von EZB-Chefin Christine Lagarde zum Start ihrer Pressekonferenz im Wortlaut zum Nachlesen:
Introductory statement to the press conference https://t.co/XOcAua92cL
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205133266212261888

Eurosystem staff macroeconomic projections for the euro area (December 2019) https://t.co/AUKr679Fpl Projection charts and tables https://t.co/CogeDVsYmc https://t.co/HwAqC1S1q6
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205134280436961280

Alle Kräfte werden gebraucht, um die unerwünschten Nebenwirkungen der derzeitigen #Negativzins-Phase schrittweise zu überwinden": Bankenverbands-Chef Christian Ossig kommentierte die erste Ratsitzung der neuen #EZB-Präsidentin Christine @Lagarde #ECB / https://t.co/wj4XVoYRzg
— Bankenverband on Twitter (@bankenverband) https://twitter.com/bankenverband/status/1205108442001743879

Lagarde beendet ihre erste Pressekonferenz mit guten Wünschen an die Anwesenden für die Weihnachtszeit.

Zum Kampf gegen den Klimawandel: "Wir sehen, wie wir das Projekt unterstützen können."

"Hätten wir den Rettungsfonds mit der Möglichkeit, Schulden umzustrukturieren, schon in der Griechenlandkrise gehabt, dann wären wir viel schneller mit einer Lösung vorangekommen", sagt Lagarde mit Blick auf die geplante, stärkere Rolle des ESM.

Lagarde: I would like to compliment Greece. I'm really delighted to see the progress and the recovery.
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205130996972216323

Die ehemalige IWF-Chefin Lagarde spricht Griechenland ihr Kompliment für die Reformen und wirtschaftliche Erholung in dem Euro-Land aus, das 2015 kurz vor dem Finanzkollaps stand.
Lagarde: I would like to compliment Greece. I'm really delighted to see the progress and the recovery.
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205130996972216323

"Haben wir bei 7,5 Prozent Arbeitslosigkeit noch Spielraum im Arbeitsmarkt? Ich vermute schon. Meine Kollegen von der US-Notenbank sagen heute, dass sie diesen Spielraum lange Zeit unterschätzt haben."

Lagarde betont die Bedeutung der Unabhängigkeit der Notenbank.

Lagarde: To me it is critically important that a central bank is independent and that its independence is respected and valued
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205126492671414273

Lagarde: My personal conviction on the issue of stable coins is that we better be ahead of the curve. There is clearly demand out there that we have to respond to.
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205130158740512768

Mitte 2020 will Lagarde feststellen, welchen Zwecken eine digitale Währung dienen könnte. „Soll das Kosten senken? Soll das mehr Leute ins Finanzsystem einbinden?“

„Haushalte haben ihre eigene Wahrnehmung von Inflation.“ Lagarde will auch prüfen, ob die Kosten für das Wohnen im Eigentum in der Messung berücksichtigt werden sollten.

„So lange Diskussionen mit guter Absicht geführt werden, können wir gemeinsame Entscheidungen treffen“, sagt Lagarde mit Blick auf die internen Diskussionen.

„Ich bin weder eine Taube noch ein Falke.“ Sie wolle stattdessen eine Eule sein, die auch ein bisschen mit Weisheit verbunden werde, sagt Lagarde erneut.

dpa

„Es gibt drei Politikbereiche. A: Geldpolitik, B: Finanzpolitik, C: strukturelle Reformen.“

„Ich glaube wir haben keine japanischen Zustände.“

„Wir sehen immer noch eine Ausdehnung der Kreditvergabe.“

Lagarde: We are very much aware of the side effects. We will continue to monitor the side effects and we might further develop that work.
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205124584225329152

Man sei sich der Nebeneffekte der lockeren Geldpolitik sehr wohl bewusst, sagt Lagarde. Die EZB werde diese Nebeneffekte weiter beobachten und dies womöglich weiterentwickeln.
Lagarde: We are very much aware of the side effects. We will continue to monitor the side effects and we might further develop that work.
— European Central Bank on Twitter (@ecb) https://twitter.com/ecb/status/1205124584225329152

Im vierten Quartal 2020 sollte die Inflation auf 1,7 Prozent steigen. Lagarde: „Die Richtung stimmt, aber es ist nicht genug.“

Reuters

„Wenn ich etwas nicht weiß, werde ich sagen, dass ich es nicht weiß.“

„Ich lege Wert darauf, die Mitglieder des EZB-Rats einzubeziehen.“ Sie möchte daher nicht zu tief in einzelne Fragen der Strategiedebatte eintauchen.