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Private HochschulenVerbandsvorstand Peter Thuy: „Wir nehmen staatlichen Anbietern nichts weg“

Kunden privater Hochschulen investieren pro Jahr etwa 1,25 Milliarden Euro in ihre Qualifizierung. Peter Thuy erklärt, warum er weiter steigende Studentenzahlen erwartet.Barbara Gillmann 21.01.2020 - 17:15 Uhr

„Der staatliche Hochschulpakt bewertet einen Studienplatz mit 26.000 Euro.“

Foto: IUBH

Berlin. Peter Thuy ist im Vorstand des Verbands der Privaten Hochschulen – und Rektor der IUBH, die an 17 Standorten insgesamt 27.000 Studenten unterrichtet.

Herr Thuy, was ist der Hauptgrund für den Boom der privaten Hochschulen?
Es gibt heute deutlich mehr Anbieter, und wir machen flexible Angebote, die die staatlichen kaum bieten: in Teilzeit, berufsbegleitend und dual. Wir nehmen den staatlichen Anbietern aber nichts weg, wir vergrößern den Markt.

Werden Sie auch künftig zulegen?
Einige Jahre wird es auf jeden Fall weiter nach oben gehen – auch weil wir neue Formate erschließen, vor allem Fernstudiengänge ohne Präsenz und berufsbegleitend. Und weil wir viele Menschen aus Nicht-Akademiker-Familien anziehen – da gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.

Können sich Menschen heute eine Privathochschule eher leisten?
Ja und nein. Es gibt natürlich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die die Beiträge zahlen können. Zudem ist aber das Bewusstsein für den Wert von Qualifizierung gewachsen.

Dämpft ein Abschwung Ihr Geschäft?
In den USA oder Australien legen Private im Abschwung sogar zu: Wenn die Wirtschaft brummt, wollen die Menschen Geld verdienen – gibt es weniger Arbeit, ist Zeit für Bildung. Ein australischer Kollege hat mir berichtet, er könne an den Einschreibezahlen genau ablesen, wie die Kohleindustrie dort läuft. Bei uns ist der Effekt wegen des stabileren Arbeitsmarktes natürlich nicht so stark.

Wie viel ersparen Sie dem Staat?
Der staatliche Hochschulpakt bewertet einen Studienplatz mit 26.000 Euro. Wenn Sie bei uns Durchschnittsgebühren von 5000 Euro im Jahr zugrunde legen, ergibt sich eine Summe von 1,25 Milliarden Euro, die heute unsere Kunden selbst aufbringen.

Sparen Sie am Personal? In Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften haben Sie pro Dozent 47 Studenten – bei den staatlichen sind es nur 27.
Das liegt daran, dass wir fast keinen Mittelbau, sondern fast ausschließlich Professoren einsetzen – mit entsprechend höherer Qualität. Und an unseren vielen Fernstudenten.

Was wünschen Sie sich vom Staat?
Wir wären natürlich gern Teil des Hochschulpakts – und möchten fairen Wettbewerb: Wir müssen uns institutionell akkreditieren – staatlichen Anbietern ist die Qualität offenbar „staatsgegeben“.

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