Berkshire Hathaway: Warren Buffett trennt sich von seinen Beteiligungen im Zeitungsgeschäft
Der Star-Investor verkauft seine Zeitungsbeteiligungen für 140 Millionen Dollar.
Foto: APDüsseldorf. Der Star-Investor Warren Buffett steigt aus dem Zeitungsgeschäft aus. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway verkauft ihr Tochterunternehmen BH Media Group sowie die „Buffalo News“ an das US-Medienunternehmen Lee Enterprise. Der Verkaufspreis liegt bei 140 Millionen Dollar. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.
Die BH Media Group umfasst 30 Tageszeitungen in den gesamten USA, darunter Buffetts Heimatszeitung „World-Herald“ aus Omaha, sowie zahlreiche weitere Print-Produkte. Buffett hatte in die Branche investiert, um von der einst starken Positionen der Zeitungen auf dem lokalen Markt für Werbekunden zu profitieren. In den vergangenen Jahren baute die Zeitungen allerdings Jobs ab, um den sinkenden Werbeeinnahmen Herr zu werden. Die Tageszeitung „Buffalo News“ ist separat im Besitz von Berkshire.
Bereits seit Juli 2018 verwaltet Lee Enterprise die Zeitungen für Berkshire. Für den Kauf und die Refinanzierung anderer Schulden verleiht Berkshire jetzt sogar Geld an Lee Enterprise – 576 Millionen Dollar zu einem jährlichen Zinssatz von neun Prozent.
Berkshire Hathaway gehören mehr als 90 Firmen, unter anderem der Autoversicherer Geico, die Bahngesellschaft BNSF, die Unterwäschemarke Fruit of the Loom und die mit dem Berkshire-Namen operierenden Energie- und Maklerfirmen. Außerdem hält Berkshire Hathaway verschiedene größere Aktienpakete an börsennotierten Großkonzerne wie Coca-Cola, Wells Fargo, Kraft Heinz, Apple und seit diesem Jahr auch an Amazon.
Die Einnahmen von 140 Millionen Dollar aus dem Verkauf der Medientochter und der „Buffalo News“ sind deshalb Peanuts: Die Investmentgesellschaft hat aktuell Liquiditätsreserven von 128 Milliarden Dollar. Das ist ein Rekordwert für Berkshire.
Das Problem von Buffett und Berkshire: Angesichts der hohen Börsenkurse in den letzten Jahren finden sie kaum noch Übernahmeziele. Aktuell sehen sie keine unterbewertete Unternehmen, die über die Jahre im Wert steigen und Profit abwerfen könnten.
Die Aktionäre werden deshalb unruhig und werfen Buffett vor, einen der längsten Bullenmärkte mit seiner übertriebenen Vorsicht verschlafen zu haben. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway hinkt seit Jahren der Entwicklung großer Börsenindizes hinterher.