Mischkonzern: Trump will 3M per Gesetz zwingen, mehr Masken für die USA zu produzieren
Der US-Präsident übt auf Twitter scharfe Kritik an 3M.
Foto: APNew York. Zu Beginn der Coronakrise feierte der US-Präsident 3M noch als Retter in der Not. Doch nun hat sich Donalds Trumps Gemütslage bezüglich des Mischkonzerns geändert: Das US-Unternehmen produziert seiner Meinung nach zu viele Atemschutzmasken fürs Ausland. Der Sender Fox-News hatte zuvor über einen Mangel in US-Krankenhäusern berichtet.
Nun will der Präsident 3M zwingen, deutlich mehr Masken für den Heimatmarkt herzustellen. 3M werde einen hohen Preis zahlen, schimpfte Trunp auf Twitter.
Er teilte mit, dass er das Kriegswirtschaftsgesetz anwenden will, „nachdem wir gesehen haben, was sie mit ihren Masken machen“. Das Gesetz war zu Zeiten des Korea-Kriegs erlassen worden. Damit kann die Regierung Unternehmen zwingen, ohne große Aufpreise für das Land zu produzieren.
In vielen US-Krankenhäusern fehlt es derzeit an Schutzkleidung. Zum Teil benutzen Ärzte und Pfleger dieselbe Montur für mehrere Schichten. In einigen Fällen versuchen sie sogar, sich mit Regenponchos und Mülltüten vor einer möglichen Infektion zu schützen.
Doch dann ging es dem Präsidenten nicht schnell genug – und wohl auch, um sich als großen Macher darzustellen – verdonnerte Trump GM ebenfalls per Kriegswirtschaftsgesetz dazu, die Geräte zeitnah zu bauen.
3M ist in Minnesota beheimatet und gehörte bisher zu den Krisengewinnern. Das Unternehmen stellt nicht nur verschiedene Atemschutzmasken her, sondern auch Ganzkörper-Schutzanzüge und Beatmungsgeräte.
Nach Trumps harscher Anweisung steht der Konzern in den sozialen Medien in der Kritik. Auf Twitter mehren sich Rücktrittsforderungen an den CEO und Boykottaufrufe.
3M teilte mit, dass man schon seit Tagen mit der Regierung zusammenarbeite, um die Lieferung von Masken zu erhöhen. Das Problem bestehe vor allem darin, die in China produzierten Masken in die USA einzuführen.
Die Regierung habe 3M auch aufgefordert, den Export von Beatmungsgeräten nach Kanada und Lateinamerika einzustellen. Das habe jedoch „erhebliche humanitäre Implikationen“, gab das Unternehmen zu bedenken.