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US-Automobilindustrie Warum GM-Chefin Barra für Trump mal Retterin und mal Buhfrau ist

Mary Barra schafft es, bei Donald Trump innerhalb kürzester Zeit, ein Wechselbad der Gefühle auszulösen. Das gilt besonders in der Coronakrise.
30.03.2020 - 17:31 Uhr Kommentieren
Warum GM-Chefin Barra für Trump mal Retterin und mal Buhfrau ist Quelle: AFP
Mary Barra

Die GM-Chefin zieht die Aufmerksamkeit des Präsidenten immer wieder auf sich.

(Foto: AFP)

New York Die Vorstandschefin von General Motors (GM) ist eine Ausnahmeerscheinung. Mary Barra, 58 Jahre alt, steht nicht nur als Frau an der Spitze eines der größten Autokonzerne der Welt – und das seit nun mehr sechs Jahren. Sie hat auch ein ganz besonderes Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump.

Ob es um den Abbau von Arbeitsplätzen geht, den Umweltschutz, oder wie zuletzt um Beatmungsgeräte: Barra schafft es, bei Trump innerhalb weniger Wochen, Tage oder auch nur Stunden ein Wechselbad der Gefühle auszulösen. Dieser reagiert mal mit überschwänglichen Emotionen – oder auch mit größter Abneigung.

Mal ist Barra für ihn die Retterin der Stunde, dann wieder die Buhfrau der Nation. Auch in der Coronakrise.

Bereits am 18. März hatte Barra angekündigt, dass GM als erster Autokonzern weltweit künftig Beatmungsgeräte bauen will. Zunächst erntete Barra dafür auch großes Lob aus Washington. Ford und Tesla zogen schon bald mit ähnlichen Plänen nach.

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    Doch dann ging es dem Präsidenten nicht schnell genug – und wohl auch, um sich als großen Macher darzustellen – verdonnerte Trump GM Ende vergangener Woche per Kriegswirtschaftsgesetz dazu, die Geräte jetzt zu bauen. Er kritisierte Barra dafür, mit den Geräten viel Geld verdienen zu wollen und dabei wertvolle Zeit mit Verhandlungen zu verlieren.

    Doch es dauerte genau zwei Tage, da hatte der Präsident seine Meinung schon wieder geändert. Nachdem GM schließlich am Freitag versichert hatte, dass es die Beatmungsgeräte schon sehr bald herstellen werde, lobte Trump das Unternehmen im Anschluss in höchsten Tönen: „GM macht einen fantastischen Job. Ich glaube nicht, dass wir uns um den Konzern Sorgen machen müssen“, sagte er am Wochenende bei seiner Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. „Sie scheinen wirklich sehr, sehr hart daran zu arbeiten.“

    Den Beraterstab verlassen

    Mary Barra hat sich an dieses Hin und Her längst gewöhnt. Als Trump 2017 zum US-Präsidenten gewählt wurde, trat sie noch vor Amtsantritt seinem Beratergremium für Wirtschaftsfragen bei.

    Den Stab verließ sie jedoch wie viele andere Unternehmenslenker aus Protest gegen Trumps schwache Antwort auf die rassistischen Demonstrationen in Charlottesville schnell wieder.

    Richtig wütend machte Barra den Präsidenten allerdings erst mit ihren Plänen im Jahr 2018. Da hatte sie angekündigt, gleich mehrere GM-Werke in den USA schließen und 14.000 Stellen streichen zu wollen. Dabei ging es ihr vor allem um Fabriken, die die kaum mehr gefragten Mittelklasse-Autos herstellen.

    Doch das passte Trump überhaupt nicht. Schließlich war er mit dem Versprechen angetreten, Arbeitsplätze zu schaffen. „Ich habe gesagt, sie spielt mit der falschen Person“, gab der Präsident sein Gespräch mit Barra damals wieder. Zu dem Zeitpunkt verdiente GM noch prächtig.

    Aber Barra wollte sich bereits für die Zukunft rüsten. Und die sieht in ihren Augen anders aus als bisher, sie setzt auf Elektroautos und SUVs. Und da sie sich nicht von ihrer Strategie abbringen ließ, blieb das Verhältnis zum Präsidenten monatelang zerrüttet.

    Einen kurzen Lichtblick gab es im Oktober 2019, als Barra – anders als ihre Kollegen von Ford, Honda und Volkswagen – Trumps lockerere Abgas-Standards unterstützte. Trump hatte die strikteren Vorschriften seines Vorgängers Barack Obama rückgängig gemacht.

    Mit dem Coronavirus und ihrer Idee, Beatmungsgeräte zu bauen, hat sie die Aufmerksamkeit des Präsidenten nun wieder auf sich gelenkt – im Guten wie im Schlechten.

    Tony Fratto, ein ehemaliger Sprecher von George W. Bush, twitterte am Freitag sein Unverständnis über Trumps Wut: „Man sollte sich mal vorstellen, was wäre, wenn GM nicht versucht hätte, Beatmungsgeräte zu produzieren. Dann würde jetzt auch keiner Barra zwingen, sie zu bauen. Keiner haut heute auf andere Unternehmen ein“. Mary Barra aber dürfte genau das gewöhnt sein.

    Mehr: In US-Kliniken mangelt es im Kampf an Beatmungsgeräten. Das will Präsident Trump ändern, in einem Fall mit einer Zwangsmaßnahme gegen ein Unternehmen.

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