1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Opioid-Krise in den USA: Billionenforderung an Pharmakonzern

Opioid-KriseUS-Staaten verlangen 2,2 Billionen Dollar von Purdue Pharma

Der Pharmakonzern soll wegen seiner Verantwortung bei der Schmerzmittel-Epidemie in den USA eine horrende Strafzahlung leisten. Mehr als 2600 Klagen laufen gegen Purdue.Maike Telgheder 18.08.2020 - 16:33 Uhr aktualisiert

2019 hat der Schmerzmittel-Produzent Purdue Konkurs angemeldet.

Foto: Reuters

Frankfurt. Wegen seiner Verantwortung bei der Opiod-Krise in den USA soll der Pharmakonzern Purdue eine horrende Strafzahlung leisten. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Montag im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren veröffentlicht wurden.

Insgesamt 2,2 Billionen Dollar wirtschaftlicher Schaden soll in den USA durch die Bewältigung der Gesundheitskrise entstanden sein, für die dem Konzern und der Eigentümerfamilie Sackler eine Mitverantwortung zugeschrieben wird.

Purdue Pharma hatte ab 1995 das stark abhängig machende Opiod Oxycontin vertrieben, das viele Jahre lang zu den umsatzstärksten Arzneimitteln gehörte. Die Eigentümerfamilie des 1892 gegründeten Unternehmens stieg so zu einer der reichsten Familien in den USA auf.

Fast alle 50 US-Bundesstaaten haben gegen Purdue Pharma Klage eingereicht. Auch 2600 Städte, Gemeinden, Indianerstämme und Krankenhäuser wollen für die Kosten entschädigt werden, die ihnen durch die Drogen-Epidemie entstanden sind. Die Gesundheitskrise soll seit 1999 etwa 450.000 Menschen das Leben gekostet haben.

In den USA bekamen Patienten oft schon nach einem Zahnarztbesuch oder einer kleinen Operation das schwere Mittel mit nach Hause und wurden abhängig. Purdue hatte das Schmerzmittel unter anderem auch mit gefälschten Studien aggressiv vermarktet und dessen Suchtpotenzial verharmlost.

Mit dem Antrag auf Gläubigerschutz wollte sich Purdue im vergangenen September zumindest vorübergehend vor Klagen schützen. Außerdem hatte das Unternehmen gehofft, möglichst viele Bundesstaaten und Gemeinden von seinem vorgeschlagenen Abkommen zu überzeugen. Es sollte insgesamt zehn Milliarden Dollar umfassen, um die Sucht zu bekämpfen und Opfer zu entschädigen. Drei Milliarden Dollar der Summe sollten von der Familie Sackler kommen.

Viele Bundesstaaten aber hatten das Abkommen abgelehnt. Letitia James, die Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, nannte den vorgeschlagenen Deal damals eine „Beleidigung“. Die Sacklers „versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen und die Millionen Opfer der Opioid-Krise billig abzuservieren“.

Die New Yorker Staatsanwälte haben Mitglieder der Familie auch persönlich verklagt. Sie werfen ihnen vor, mindestens eine Milliarde Dollar außer Landes geschafft zu haben.

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt