Interview: Wirtschaftsminister Altmaier kämpft für Nord Stream 2
Der Bundeswirtschaftsminister hält nichts von einem Baustopp für Nord Stream 2. Man müsse sich der Frage stellen, „wo das Gas denn künftig herkommen soll“.
Foto: imago images/photothekBerlin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier setzt sich für die Fertigstellung der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 ein. Es sei problematisch, „Projekte, die auf mehrere Jahrzehnte angelegt sind, alle paar Monate infrage zu stellen“, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt.
Den Kritikern des Projekts warf er Inkonsequenz vor. Sie drückten sich um die Aussage, „was ein Stopp für Nord Stream 2 für den Gasbezug aus Russland insgesamt bedeuten soll“. Man müsse sich der Frage stellen, „wo das Gas denn künftig herkommen soll“.
Die Debatte um die Erdgaspipeline war nach dem Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny neu entflammt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte von einem „versuchten Giftmord“ gesprochen und die russische Regierung aufgefordert, sich zu dem Vorgang zu erklären. Kritikern des Pipelineprojekts lieferte sie damit neue Argumente. Sie fordern, Sanktionen gegen Russland zu verhängen und die Fertigstellung der Pipeline zu verhindern.
Altmaier warnte davor, Sanktionen zu verhängen. Sie wirkten oft nicht nur gegen die Länder, gegen die sie ausgesprochen werden, sondern träfen auch die Geschäftsbeziehungen deutscher und europäischer Unternehmen. Angesichts der intensiven außenwirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands müsse man sich die Frage stellen, inwieweit man sich mit Sanktionen „in erster Linie selbst schwächt“.