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ModehändlerZalando hebt nach starkem dritten Quartal die Jahresprognose an

Der Modehändler verzeichnet in der Coronakrise mehr Umsatz sowie höhere Gewinne. Das wirkt sich positiv auf die Jahresziele des Konzerns aus. 09.10.2020 - 09:28 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Modeversandhändler verzeichnet ein deutliches Umsatzplus.

Foto: Reuters

Frankfurt. Die Corona-Krise treibt das Geschäft von Zalando. Nach einem starken dritten Quartal werde sich der Betriebsgewinn im Gesamtjahr mindestens mehr als verdoppeln, teilte der Berliner Online-Modehändler am Donnerstag nach Börsenschluss mit.

Konkret rechnet Europas Marktführer 2020 mit einem Betriebsergebnis (Ebit) zwischen 375 und 425 Millionen Euro nach knapp 166 Millionen Euro im Vorjahr. Bisher waren maximal 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Zalando profitiert von der zunehmenden Digitalisierung und der neuen Selbstverständlichkeit, Kleidung im Netz zu kaufen. Nach einem kurzen Dämpfer zum Ausbruch der Pandemie gewann das Unternehmen neue Kunden, die auch weniger Ware wieder zurückschicken, wodurch sich die hohen Retourenkosten reduzieren.

An der Börse kamen der Gewinnsprung im dritten Quartal und die Anhebung der Prognose am Freitag gut an. Das im Nebenwerteindex MDax notierte Zalando-Papier legte vorbörslich mehr als sieben Prozent zu. Zalando gilt für den Fall einer Vergrößerung des deutschen Aktienindex (Dax) als wahrscheinlicher Aufstiegskandidat.

Die große Überraschung sei die Ebit-Marge von mehr als sechs Prozent, hieß es bei den Analysten der Credit Suisse. Die Baaderbank urteilte: „Zalando wird einer der Gewinner der Krise.“

Und JP Morgan rechnete damit, dass auch die Aktienkurse der britischen Konkurrenten Asos und Boohoo am Freitag von der Entwicklung profitieren dürften. Der unter anderem in Russland und Indien aktive Online-Modehändler Global Fashion Group hatte am Donnerstagabend ebenfalls seine Prognose angehoben. Die Aktie legte vorbörslich sogar fast elf Prozent zu.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz von Zalando um 20 bis 23 Prozent auf 1,83 bis 1,87 Milliarden Euro und das bereinigte Ebit vervielfachte sich auf 100 bis 130 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,3 Millionen Euro gewesen.

Neben der geringeren Retourenquote kam dem Unternehmen die Auflösung von Sonderabschreibungen auf den Warenbestand zu Gute, die im März zum Ausbruch der Krise erfolgt waren. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse nun um 20 bis 22 Prozent wachsen, bisher waren 15 bis 20 Prozent anvisiert worden.

rtr
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