Arbeitslosenquote aktuell: Was Sie zu den Arbeitslosenzahlen wissen müssen
Logo der Agentur für Arbeit: Wie hoch ist die Arbeitslosenquote in Deutschland?
Foto: dpaDüsseldorf. Im Juli 2025 ist die Arbeitslosenquote vor allem jahreszeitlich bedingt gestiegen. Die Sommerpause sei Grund für den Anstieg auf 6,3 Prozent um 0,3 Prozent im Vergleich zum Juli im Vorjahr, erklärte die Bundesagentur für Arbeit in ihrem monatlichen Bericht. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen demnach um 65.000 auf aktuell 2.979.000 gestiegen.
Doch was bedeutet die Arbeitslosenquote eigentlich und wie hoch lag sie in den vergangenen Jahren im Schnitt? Alle wichtigen Fragen und Antworten.
Die Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1995 in der Entwicklung
Was ist die Arbeitslosenquote?
Die Arbeitslosenquote ist eine statistische Kennzahl. Sie gibt an, wie groß der Anteil der registrierten Arbeitslosen an allen Erwerbspersonen ist, die für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das heißt, Menschen, die beispielsweise krank sind oder eine Weiterbildung machen, werden nicht erfasst.
Wer gilt in Deutschland eigentlich als arbeitslos?
Die Bundesagentur für Arbeit definiert Arbeitslosigkeit wie folgt: „Arbeitslos ist, wer keine Beschäftigung hat oder weniger als 15 Wochenstunden arbeitet, Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist. Nach dieser Definition sind nicht alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen als arbeitslos zu zählen.“
Zudem müssen Arbeitslose ein paar Voraussetzungen erfüllen:
- Sie müssen in der Bundesrepublik Deutschland wohnen.
- Sie dürfen nicht jünger als 15 Jahre sein.
- Sie dürfen die Altersgrenze für den Renteneintritt bisher nicht erreicht haben.
- Sie haben sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet.
- Schüler, Studenten oder Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik werden nicht in die Statistik einberechnet.
Wozu dient die Kennzahl Arbeitslosenquote?
Die Kennzahl zeigt, wie gut Menschen in einem Land Arbeit finden. Eine geringe Quote bedeutet also, dass der Anteil der Beschäftigung hoch ist. Doch wichtig ist auch, wie viele offene Stellen es gibt. Sind es mehr Stellen als Arbeitsuchende, dann besteht Arbeitskräftemangel. Ist die Zahl der offenen Stellen deutlich niedriger als die der Arbeitsuchenden, droht hingegen vermehrte Arbeitslosigkeit.
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Wie berechnet die Bundesagentur für Arbeit die Quote?
Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die Arbeitslosenquote mit folgender Formel:
(Anzahl der Arbeitslosen / (Anzahl der Arbeitslosen + Anzahl der Erwerbstätigen)) x 100 = Arbeitslosenquote in Prozent.
Zur Einschätzung der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland sollten neben der Arbeitslosenquote die Anzahl der Arbeitslosen und die Anzahl der Erwerbstätigen als weitere wichtige Kennzahlen beachtet werden.
Daraus ergibt sich das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial. Es resultiert aus der maximalen Anzahl aller erwerbsfähigen Personen in Deutschland. Beispielsweise die registrierten Arbeitslosen, Menschen in Fortbildungsmaßnahmen oder in der „stillen Reserve“, also etwa Menschen, die theoretisch arbeiten würden, aber aktuell nicht auf der Suche sind.
Die Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1995 in der Tabelle
| Jahr | Arbeitslosenquote |
|---|---|
| 2024 | 6,0 |
| 2023 | 5,7 |
| 2022 | 5,3 |
| 2021 | 5,7 |
| 2020 | 5,9 |
| 2019 | 5,0 |
| 2018 | 5,2 |
| 2017 | 5,7 |
| 2016 | 6,1 |
| 2015 | 6,4 |
| 2014 | 6,7 |
| 2013 | 6,9 |
| 2012 | 6,8 |
| 2011 | 7,1 |
| 2010 | 7,7 |
| 2009 | 8,1 |
| 2008 | 7,8 |
| 2007 | 9,0 |
| 2006 | 10,8 |
| 2005 | 11,7 |
| 2004 | 10,5 |
| 2003 | 10,5 |
| 2002 | 9,8 |
| 2001 | 9,4 |
| 2000 | 9,6 |
| 1999 | 10,5 |
| 1998 | 11,1 |
| 1997 | 11,4 |
| 1996 | 10,4 |
| 1995 | 9,4 |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Dieser Artikel erschien bereits im Oktober 2020. Der Artikel wurde am 27.08.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.