Grüner Strom: Gute Idee, schlechte Umsetzung: Warum das Mieterstrom-Konzept wenig Anhänger hat
Der Staat fördert dezentral erzeugten Solarstrom.
Foto: ullstein bild - Jürgen HeinrichFrankfurt. Die Idee klingt gut: Photovoltaikanlagen auf Tausenden deutschen Mietshausdächern könnten dezentral erzeugten grünen und dazu günstigen Strom für die Bewohner liefern. Doch der sogenannte Mieterstrom sorgt für heftige Debatten.
Denn das Konzept, mit dem die Bundesregierung einen Anreiz für den Ausbau von Solaranlagen auf Wohngebäuden schaffen will und das auch den Ausbau von Ladestationen für E-Autos begünstigen könnte, hat Mängel, sagen Kritiker. Sie hoffen, dass das ausschlaggebende EEG-Gesetz in diesen Tagen entsprechend geändert wird – zumal es in seiner jetzigen Form nicht dazu führte, dass sich das System Mieterstrom im großen Maßstab etablierte.
Das funktioniert im Kern so: Für jede Kilowattstunde von auf dem Dach erzeugten Solarstrom gibt es einen Zuschuss vom Staat. Außerdem wird der von den Mietern nicht verbrauchte Strom ins allgemeine Stromnetz eingespeist und vergütet. Und anders als beim Strombezug aus dem Netz entfallen noch einige Kosten wie Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben.
Doch es gibt ein Problem: „Für vermietende Privatpersonen wird es nach derzeitigem Stand auch in Zukunft viel zu kompliziert sein, im, auf oder am Haus produzierten Ökostrom den Mietern zur Verfügung zu stellen“, erläutert der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.