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KonjunkturDIW-Chef Fratzscher: Wirtschaftsboom 2021 keineswegs ausgemachte Sache

Marcel Fratzscher bremst die Erwartungen an die Konjunkturerholung 2021. Der DIW-Chef warnt auch vor den Risiken einer dritten Corona-Infektionswelle. 03.02.2021 - 11:43 Uhr Artikel anhören

Marcel Fratzscher meint: Es sei sehr gewagt zu unterstellen, dass Deutschland einen „Wirtschaftsboom erleben“ werde.

Foto: dpa

Berlin. Top-Ökonom Marcel Fratzscher warnt vor überzogenen Erwartungen an einen Aufschwung im laufenden Jahr. „Der wirtschaftliche Ausblick hat sich massiv eingetrübt“, sagte der Präsident des Berliner Instituts DIW am Mittwoch bei einem Online-Gespräch des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP). Es sei wohl möglich, dass der Lockdown über Mitte Februar hinaus verlängert werde.

Er bremst die Wirtschaft nach Ansicht des DIW bereits derzeit kräftig und drückt auch die Konsumlaune. Zur Prognose der Bundesregierung eines Wirtschaftswachstums von 3,0 Prozent für 2021 sagte Fratzscher: „Das ist ein Szenario. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Zwischen plus 5 und minus 5 Prozent ist alles drin.“ Es sei sehr gewagt zu unterstellen, dass Deutschland einen „Wirtschaftsboom erleben“ werde.

Denn es gebe neue Risiken, die niemand abschätzen könne. So wisse man nicht, wann die zweite Corona-Welle gestoppt werden könne und ob womöglich eine dritte auf Deutschland zurollen werde. Auch mit Blick auf die Schnelligkeit der Impfkampagne gebe es große Zweifel, dass in Deutschland und Europa alle im Sommer durchgeimpft sein würden.

Deutschland habe zudem beim Export vom Aufschwung in China profitiert. Doch wenn sich Europa nicht wirtschaftlich erhole, gebe es „große Fragezeichen und große Sorgen“ mit Blick auf den Konjunkturausblick. Das BIP dürfte im laufenden ersten Quartal laut DIW-Prognose um drei Prozent sinken. Vor der deutschen Wirtschaft liege „ein langer und steiniger Weg“, bevor sie wieder wachsen könne, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen jüngst.

rtr
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