Medienkonzerne: AT&T bestätigt Megadeal mit Discovery
Dem US-Konzern gehört unteranderem HBO.
Foto: APNew York. Der US-Telekomriese AT&T fusioniert sein Mediengeschäft mit dem Kabel- und Streaminganbieter Discovery. Die Medieninhalte, zu denen die Sender CNN und HBO wie auch TLC gehören, würden gebündelt, kündigte AT&T am Montag an. Erst 2018 hatte AT&T das US-Medienkonglomerat Time Warner für fast 109 Milliarden Dollar übernommen.
Laut „Financial Times“ hätte das so entstehende Medienunternehmen eines Wert von 150 Milliarden Dollar. Die Fernsehbranche leidet unter dem Streaming-Boom in der Coronakrise. Mit vereinten Kräften könnten AT&T und Discovery so besser gegen Netflix und Walt Disney bestehen.
Zu AT&T gehören durch die Sparte Warner Media unter anderem HBO, HBO Max und CNN, Discovery hat etwa den gleichnamigen Kanal sowie HGTV im Angebot. HBO und HBO Max kommen zusammen weltweit auf 63,9 Millionen Kunden, Disney+ auf mehr als 100 Millionen und Netflix 207,6 Millionen. Discovery erreicht 88,3 Millionen Haushalte in den USA.
Die beiden Unternehmen hatten bereits 2019 über einen gemeinsamen Streamingdienst diskutiert, die Pläne nach dem Bekanntwerden des genauen Disney-Plus-Programms und der zugehörigen Preispolitik wieder auf Eis gelegt. AT&T hat stattdessen im vergangene Jahr in den USA seinen Dienst HBO Max gestartet. Discovery ist mit einem eigenen Portal im Januar dieses Jahres nachgezogen.
Die Zusammenlegung der Mediensparte von AT&T mit Discovery kommt nur drei Jahre, nachdem der US-Telekom-Riese den Medienkonzern Time Warner 2018 für die Rekordsumme von 81 Milliarden Dollar gekauft hat. Damals argumentierte die AT&T-Führung, dass Telekom-Anbieter nicht nur die Netze, sondern auch die Inhalte anbieten sollten, die auf den verschiedenen Geräten über das AT&T-Netz verbreitet werden.
Die Übernahme von Time Warner hatte auch dazu geführt, dass AT&T mit 155 Milliarden Dollar Schulden heute das am höchsten verschuldete US-Unternehmen außerhalb der Finanzbranche ist.
Für den seit zehn Monaten amtierenden Vorstandsvorsitzende John Stankey ist es bereits der zweite Deal seinen Vorgängers Randall Stephenson, den er zumindest teilweise rückgängig macht. Anfang des Jahres hat er einen 30-prozentigen Anteil an dem DirecTV an den Private-Equity-Investor TPG für 1,8 Milliarden verkauft. Das war ein enormer Abschlag gegenüber den 49 Milliarden Dollar, die AT&T noch im Jahr 2015 für den Satellitenfernseh-Anbieter bezahlt hatte.