Serie: Wasserstoff weltweit: Hoffen auf den „Airbus-Moment“: Frankreich sucht beim grünen Wasserstoff die Kooperation mit Deutschland
Ein deutscher Ableger des französischen Gasspezialisten plant in Oberhausen den bislang größten Elektrolyseur in Deutschland.
Foto: HandelsblattParis. Als der französische Gasspezialist Air Liquide und der deutsche Energietechnikkonzern Siemens Energy Anfang des Jahres eine Partnerschaft beim Geschäft mit grünem Wasserstoff verkündeten, verbanden sie das mit großen Ambitionen: Es gehe nicht nur darum, gemeinsam Wasserstoffprojekte im industriellen Maßstab zu entwickeln.
Die beiden Industriegrößen wollen mit der Zusammenarbeit ein „europäisches Ökosystem“ für die klimaneutrale Zukunftstechnologie anstoßen. Mit dem Schritt in die Massenfertigung von Elektrolyseuren sollen auch die Kosten für das nachhaltige Gas deutlich gesenkt werden.
Vor allem die Regierung in Paris zeigt sich angetan. Die Kooperation von Air Liquide und Siemens Energy sei „nur der Anfang einer industriellen Zusammenarbeit, die sich über eine deutsch-französische Allianz hinaus entwickeln muss“, so der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. „Dieser Aufschwung muss vor allem ein europäischer Aufschwung sein.“
Frankreich hat 2018 als erstes EU-Land eine Wasserstoffstrategie veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hat es seine Pläne noch erweitert.
Die Hoffnung ist, mit grenzüberschreitenden Kooperationen wie dem Deal zwischen Air Liquide und Siemens eine wirtschaftspolitische Erfolgsgeschichte für den Kontinent zu schreiben, wie sie einst mit Airbus im Luftfahrtsektor gelang.