Halbleiter-Boom: Im Sog von Infineon: Kärnten greift in der Chipindustrie an
Infineon steckt 1,6 Milliarden Euro in seine neue Halbleiterfabrik in Kärnten.
Foto: BloombergVillach, Klagenfurt. Die Uhr tickt: „Wir suchen 100 Leute bis Mitte nächsten Jahres“, sagt Claus Lachmann. Der Personalchef des Chipmaschinen-Herstellers Lam Research in Villach steht unter Druck. Schließlich muss er die Belegschaft um 15 Prozent aufstocken. Nur wenn der Manager die vielen offenen Stellen besetzen kann, lässt sich die Auftragsflut in den Griff bekommen.
So wie Lachmann suchen Halbleiterfirmen in ganz Kärnten händeringend Mitarbeiter. Im Sog von Infineon blüht die Chipindustrie in dem österreichischen Bundesland auf – von den Anlagenbauern wie Lam Research über Forschungseinrichtungen bis hin zu den Produzenten.
Mitte September hat der Dax-Konzern seine neueste Fabrik in Villach eingeweiht. 1,6 Milliarden Euro investiert Vorstandschef Reinhard Ploss an dem Standort.
Es ist aber nicht allein die Infineon-Ansiedlung, die das Tourismusland Kärnten ins Blickfeld der Hightech-Industrie rückt. Angesichts der globalen Lieferengpässe setzt die gesamte EU zur Aufholjagd bei den Chips an. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat jüngst umfassende Pläne präsentiert: „Ziel ist es, gemeinsam ein hochklassiges europäisches Chip-Ökosystem zu schaffen, das die Produktion mit einschließt.“