Schienenlogistik-Konzern: Waggonvermieter VTG wird für Verkauf vorbereitet – Bewertung von bis zu sieben Milliarden Euro
VTG ist Europas größter Eisenbahngüterwagen-Vermieter.
Foto: VTGFrankfurt. Der Hamburger Schienenlogistikkonzern VTG steht erneut vor einem Eignerwechsel. Der Infrastruktur-Fonds der US-Bank Morgan Stanley, der 57 Prozent der Anteile hält, hat die Banken Goldman Sachs und Credit Agricole beauftragt, strategische Optionen zu prüfen, einschließlich eines möglichen Verkaufs, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
VTG könnte dabei mit sechs bis sieben Milliarden Euro, einschließlich Schulden, bewertet werden, hieß es. Der Beginn der Auktion wird im ersten Quartal 2022 erwartet. Möglich sei aber auch, dass die Minderheitsaktionäre ihre Anteile erhöhen.
Die VTG verfügt über einen Bestand von fast 100.000 Eisenbahngüterwagen, die sie an die Chemie-, Mineralöl- oder Agrarindustrie vermietet. Das Unternehmen wickelt zudem selbst Schienentransporte ab und kommt dabei auf ein Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 500 Millionen Euro.
Morgan Stanley war 2016 mit einem Minderheitsanteil bei dem Waggonvermieter eingestiegen, hatte 2018 ein 1,5 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot vorgelegt und das Unternehmen ein Jahr später von der Börse genommen.
Als Co-Investoren sind der kanadische Pensionsfonds OMERS mit 28 Prozent und die hinter Nivea-Hersteller Beiersdorf stehende Joachim Herz Stiftung mit 15 Prozent beteiligt. Die Herz Stiftung teilte auf Anfrage mit, dass sie über die Verkaufsabsicht von Morgan Stanley informiert worden sei. „Wir haben nun als Berater Lazard beauftragt, die uns in dem Prüfprozess unterstützen“, sagte eine Stiftungs-Sprecherin. Ein Verkauf der von Herz gehaltenen VTG-Anteile sei möglich, eine Entscheidung solle zeitnah gefällt werden.