Cum-Ex-Skandal: Staatsanwälte wollen im Cum-Ex-Skandal Fondsmanager aus München anklagen
Dutzende Personen werden als Beschuldigte im Cum-Ex-Komplex geführt.
Foto: Sueddeutsche Zeitung PhotoKöln. Kleines Unternehmen, gewaltige Zahlen: Allein in der Dividendensaison 2010 soll die Finanzfirma Avana aus München über ihre Fonds rund 589 Millionen Aktien gehandelt haben. Das Umsatzvolumen: 27,8 Milliarden Euro. 2009 machte Avana vergleichbare Deals, von Steuerfahndern und Staatsanwälten als Cum-Ex-Geschäfte klassifiziert.
Dabei ging es den Beteiligten darum, sich eine einmal abgeführte Kapitalertragsteuer doppelt erstatten zu lassen. 219,8 Millionen Euro Steuern sollen auf diese Weise an Avana-Fonds ausgeschüttet worden sein. Der Fall zählt damit zu den großen Fällen der Steueraffäre Cum-Ex, vergleichbar mit dem der Maple Bank und der M.M. Warburg Bank. Beide endeten vor Strafgerichten.
Mehr als sieben Jahre nach Beginn der Ermittlungen steht nun nach Informationen des Handelsblatts auch im Fall Avana eine Anklage bevor. „Die Beweislage ist eindeutig, ich rechne in wenigen Monaten mit einer Anklageerhebung“, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Ohne den Namen Avana zu nennen, lässt die ermittelnde Staatsanwaltschaft München wissen, dass „in einem Fall 89 natürliche Personen als Beschuldigte geführt“ werden.