Energieversorgung: Cyberangriff legt Oiltanking-Tanklager deutschlandweit vollständig lahm – Tankwagen-Beladung außer Betrieb
Die Tanklager werden größtenteils digital überwacht.
Foto: imago/SchšningDüsseldorf. Nach dem Logistikkonzern Hellmann attackieren Cyberkriminelle innerhalb weniger Wochen ein weiteres deutsches Großunternehmen: Der Tanklogistiker Oiltanking, der zur Hamburger Firmengruppe Marquard & Bahls gehört, ist Opfer eines Angriffs geworden, wie das Unternehmen dem Handelsblatt am Montag bestätigte.
Auch die IT-Systeme des Mineralölhändlers Mabanaft sind betroffen. Das volle Ausmaß des Vorfalls sei noch unklar. Mabanaft gehört ebenfalls zur Marquard & Bahls-Gruppe, die 2020 rund 9,2 Milliarden Euro umsetzte.
Oiltanking Deutschland schreibt in einer Mitteilung an seine Geschäftspartner: „Wir arbeiten daran, das Problem gemäß unseren Notfallplänen zu lösen.“ Mit Spezialisten werde eine Untersuchung durchgeführt.
Alle Be- und Entladesysteme von Oiltanking seien lahmgelegt. Der Logistiker ist einer der größten unabhängigen Anbieter von Tankraum für Mineralöle, Chemikalien und Gase weltweit. 2019 lag der Gesamtdurchsatz bei rund 155 Millionen Tonnen.
In Deutschland betreibt das Unternehmen 13 Tanklager. Dort lagern Produkte wie Rohöl, Mineralöl oder Biokraftstoffe. Durch den Cyberangriff ist die Beladung von Tankwagen außer Betrieb. Diese würden sonst Kunden wie mittelständische Tankstellen oder Konzerne wie Shell beliefern.