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  4. Ukraine-Krieg: Aldi, Rewe und Edeka boykottieren Waren aus Russland

Rewe, Aldi, Netto NordImmer mehr Händler verbannen russische Waren aus den Regalen

Der Supermarktriese Rewe listet alle in Russland produzierten Waren aus. Bei Aldi Süd wird es künftig keinen russischen Wodka mehr geben.Florian Kolf 01.03.2022 - 17:20 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Lebensmittelhändler will in Zukunft keine russischen Produkte mehr verkaufen.

Foto: dpa

Düsseldorf. Als Erster preschte die dänische Salling Group vor, die in Deutschland die kleine Discounterkette Netto Nord betreibt. Kurzerhand stellte sie in den Ketten unter den Namen Netto, Fötex und Bilka alle Verkäufe von Waren aus Russland ein. „Die Situation in der Ukraine und die grausamen Bilder des Krieges gehen uns alle an“, begründete Henrik Vinther Olesen, der bei dem Unternehmen den Bereich Corporate Social Responsibility leitet, den Schritt.

„Als große Lebensmittelkette, nicht nur in Dänemark, sondern auch in Polen und Deutschland, sind wir nah am Alltag unserer Kunden, und das ist natürlich eine Verpflichtung“, betonte er. Wichtiger als die Verbannung der russischen Waren sei dem Unternehmen dabei aber, dass es zugleich Flüchtlinge mit Spenden unterstützt und in den Läden nahe der ukrainischen Grenze Basisartikel im Preis senkt, damit sich Flüchtlinge günstig mit dem Nötigsten versorgen können.

Aldi, Rewe & Edeka boykottieren Waren aus Russland

Andere deutsche Lebensmittelhändler zogen rasch nach. So erklärte Rewe am Dienstag, dass man alle Waren von russischen Herstellern zentral auslisten wolle, immerhin 40 Artikel. Vorhandene Bestände würden nicht vernichtet, sondern abverkauft oder an Tafeln gespendet. Ähnlich äußerten sich in der Folge Edeka, Aldi Nord und Aldi Süd in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Doch die Aktion hat bei näherer Betrachtung bei den meisten Händlern eher symbolischen Charakter. Marktführer Edeka beispielsweise wies zwar darauf hin, dass er alle Sanktionen unterstützt und seinen Warenbestand überprüfen will. Zugleich aber erklärten er, dass die Edeka-Zentrale schon seit längerer Zeit keine Geschäftsbeziehungen zu Herstellern mit Sitz in Russland unterhalte.

Das heißt aber noch nicht, dass künftig keine russischen Waren in Edeka-Filialen mehr angeboten werden. Denn die meisten der Supermärkte werden von selbstständigen Kaufleuten betrieben, die ihr Sortiment eigenständig zusammenstellen. Darauf hat die Edeka-Zentrale keinen Einfluss.

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Aldi Süd betonte, man wolle mit der Auslistung von russischen Waren ein Zeichen setzen. Viel mehr ist es auch nicht. Denn im Sortiment des Discounters befand sich bisher gerade mal ein einziges Produkt aus russischer Herstellung: Wodka in der 0,7-Liter-Flasche. Und auf den müssten die Kunden jetzt „auf unbestimmte Zeit“ verzichten. Auch bei Aldi Nord handelt es sich nur um Schnaps, der aus dem Regal verschwindet.

Und selbst bei Netto Nord, das nicht zu verwechseln ist mit der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount, hält sich der Schaden für die russische Wirtschaft durch die Boykottaktion in engen Grenzen. Wie das Unternehmen mitteilte, werden etwa 15 Artikel aus dem Sortiment genommen, darunter Süßigkeiten, Fertiggerichte und Wodka.

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