Insiderbarometer: Einbruch an den Aktienmärkten: Insider halten sich zurück
Der Krieg gegen die Ukraine macht Investoren nervös. Bei Insidern zeigt sich das noch nicht.
Foto: Marc-Steffen UngerFrankfurt. Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben die Schwankungen an den Aktienmärkten nochmals zugenommen, und unter dem Strich brachen Aktienindizes weiter ein. Der Dax hat seit dem Einmarsch russischer Soldaten in das Nachbarland am 24. Februar in der Spitze sechs Prozent verloren, das Jahresminus liegt bei zwölf Prozent.
Die langfristigen Folgen der Invasion sind nach Ansicht von Olaf Stotz, Professor an der Privatuni Frankfurt School, kaum abzusehen. Von daher stuft er den Kursrückgang als „noch moderat“ ein und rechnet mit weiteren Rückschlägen.
Deutschlands Vorstände und Aufsichtsräte sehen das offenbar ähnlich. Sie sind – anders als in der Vergangenheit – noch nicht bereit, zu den gefallenen Kursen wieder in der Breite Aktien der eigenen Unternehmen zu kaufen. Im Februar haben sie sich wie schon im Januar trotz einiger auffälliger Transaktionen insgesamt mit Käufen und Verkäufen zurückgehalten.
Aus den Aktiendeals der Führungskräfte berechnet Stotz für das Handelsblatt regelmäßig das Insiderbarometer. Im Februar stieg es um zwei auf 134 Punkte und verstärkt damit das Kaufsignal für Aktien. Stotz ist bei der Interpretation aber vorsichtig. „Eine Woche nach Kriegsausbruch lässt sich aus der Nicht-Aktivität der Insider noch nicht viel herauslesen.“